Lokale
Hesburger im Tennispalatsi: mit T., weil sie Cheeseburger essen wollte, die Pommes Frites waren okay, in den Burgern befand sich eine Art Remoulade, von der wir nicht so begeistert waren.
Mbar, im Lasipalatsi (Glaspalast): allein, als ich aus Turku zurückkam, es sang und spielte eine Musikerin namens Rebecca Clamp, gefiel mir, ich saß auf einem Hocker und aß einen Sandwich, blieb aber nicht bis zum Ende des Konzerts, sondern ging weiter ins Dubrovnik, dort fand der Prosak-Abend statt.
Ravintola Juttutupa: allein, ich hatte plötzlich Hunger, nachdem ich durch Kallio gelaufen war und versucht hatte, die Wege, die ich mit C. gegangen war wiederzufinden und noch einmal zu gehen. Im Juttutupa aß ich wieder Fleischbällchen, wie letztes Jahr, vorne fand eine Veranstaltung statt, es war voll, man lauschte einem Gespräch, ich vermute mal, es war ein sozialdemokratischer Politiker, der da sprach, wirkte wie auf einer SPD-Kultur-Veranstaltung in Berlin. Ich saß im Hinterzimmer, in einem Alkoven, und war dann wieder sehr satt von den finnischen Fleischbällchen mit Roter Beete und Gurke, ging zu Fuß zurück zum Hafen. Nahm die Fähre um zwanzig vor neun.
Bar Hemingway: ich gehe nur vorbei, mit fällt ein, daß wir da gesessen haben, letztes Jahr, am ersten Abend der Reise, mit Hanna, Martti-Tapio und Laura, das Hotel war in der Nähe. Wir hatten uns über den Namen der Bar amüsiert, daß sie ausgerechnet Hemingway heißen mußte. Was hatte der mit Helsinki zu tun?
Seahorse: mit K., ihre Mutter spielt im Theater im gegenüber, seit Jahren. K. war früher schon, als Kind oft hier. Sie erzählt von ihren Wohnungsproblemen, sie muß zum Ende des Jahren ausziehen, Wohnen ist hier so unglaublich teuer. In die Vorstadt will sie nicht, nein, auf keinen Fall, lieber sterben. K. trinkt Freixenet, echt finnischer Schaumwein, nein, natürlich nicht, und ißt eine Suppe, ich die Heringe, Ostsee-Heringe aus der Bratpfanne, ein riesiger Haufen, dazu Kartoffelpüree. An den Nachbartischen sitzen Touristen. Unter unserem Tisch suche ich nach den Aufklebern, die der fennophile Tex Rubinowitz dort in einer improvisierten Kunstaktion angebracht haben will, finde aber keine. Die müssen unter einem anderen kleben.
Moskau Bar: gleicher Abend, mit K., erinnert mich, vielleicht kommt das von den Bruch-Kacheln, an das Café M vor vielen Jahren, wir sitzen an dem einen Tisch in der Ecke, es ist noch früh, es wird noch nicht getanzt, und reden über das Familiending. Und daß man über seine Eltern eigentlich erst schreiben kann, wenn sie tot sind. K. trinkt Wodka und erzählt von ihren Selbstisolations-Strategien, sie kenne so viele Menschen hier (wieder kommt einer an den Tisch und begrüßt sie), sie wohne halt schon immer hier.













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