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    <title>Meet the Germans | Meet in Finnland Blog | Goethe-Institut</title>
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    <pubDate>Mon, 06 May 2013 08:32:53 GMT</pubDate>

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        <title>RSS: Meet the Germans | Meet in Finnland Blog | Goethe-Institut - </title>
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    <title>Merja Sundström: Wiederauffrischung nötig</title>
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    <author>nospam@example.com (Gast am Goethe-Institut Finnland)</author>
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    &lt;!-- s9ymdb:546 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;120&quot; height=&quot;180&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/merja.jpg&quot; title=&quot;Merja Sundström&quot; alt=&quot;&quot; /&gt; Sicher jeder kennt dieses verdrießliche und demütigende Gefühl, wenn einem ein einst fließend gekonnter Ausdruck einfach nicht einfällt, nicht einmal ein völlig simples Wort. Oder die gesamte Sprachfertigkeit auf Grund mangelnden Gebrauchs eingefroren ist. &lt;br /&gt;
Ich konnte sehr gut Deutsch, damals, vor langer Zeit. Ich hatte in der Schule das sogenannte „lange Deutsch“, und ein Studium an der Universität Hamburg sowie vor allem ein lebhaftes Studentenleben haben dann meinen Kenntnissen in der gesprochenen Sprache den letzten Schliff gegeben. Vor ein paar Jahren habe ich eine Freundin aus Studienzeiten getroffen, und wir versuchten, das damalige Gesprächslevel zu erreichen, ich blieb stecken und suchte nach Wörtern. Sie sah mich mitleidig an. &quot;Du hast so viel verlernt - wie Schade!&quot; Die schmerzliche Wahrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sagt, dass man die einmal gelernten Sprachfähigkeiten nicht vergisst, dass nur ein wenig Moos darüber wächst. Weil das Anschauen deutscher Polizeiserien nicht genug war und man in immer mehr deutschen Kontexten Englisch benutzt, beschloss ich munter, dieses Moos in einem einmonatigen Intensivkurs abzuschütteln. Das Goethe-Institut hat dies leicht gemacht, indem mir ein Paket angeboten wurde, das eine Unterkunft beinhaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während es an manchen Orten Wohnheime gibt, bedeutet die Unterkunft in Berlin Untermiete in einer Privatwohnung. Hier wohnen die meisten in einem zusätzlichen Zimmer einer großen Wohnung, die einer älteren Berliner Dame gehört. Zwischenmenschliche Chemie trifft variabel aufeinander, wie dies im Leben immer ist, ich selbst bin auf eine gesellige Dame getroffen, die sehr gerne alles Mögliche fragt und diskutiert. Neben dem Kurs bekomme ich also Privattraining. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte und angenehmste Überraschung für mich war, dass ich ganz und gar nicht die einzige ältere Schülerin war. Die Lehrerin Gabriele Kiehlmann erzählt, dass sie Schüler aus allen Altersgruppen hat. Die meisten aber sind junge Menschen, die an deutschen Universitäten studieren wollen, dann solche, die bereits einen Abschluss haben und Deutsch als Arbeitssprache brauchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In meiner Gruppe mit sieben Teilnehmern sind zwei, die sich an einer Universität bewerben und drei, die gerade ihren Abschluss gemacht haben und eine Karriere in der EU oder einer internationalen Institution anstreben.  Sowie der Holländer Carel Braak, der bereits eine stattliche Karriere in der IT-Branche hinter sich hat und nun ein neues, ruhigeres Leben als Dokumentarfilmer hier im zu Kreativität ermutigenden Berlin anfängt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den Gängen und in den Kaffeepausen trifft man auf viele Deutschlernende, die bereits in Rente sind, auf junge, intelligente Menschen, die aus dem langen, ihnen noch verbleibenden Leben mehr heraus holen wollen… &lt;br /&gt;
„Normalerweise ist immer jemand aus Finnland im Kurs”, sagt die fröhlich lachende Kiehlmann. Sie legt besondere Aufmerksamkeit auf Finnen, denn sie war selbst als Deutschlehrerin 1988-89 in Kokkola und 1989-90 in Lahti.&lt;br /&gt;
Auch dem Leiter der Sprachabteilung, Günter Neuhaus, ist Finnland nicht unbekannt. Er war als Lehrer im Helsinkier Goethe-Institut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Monat hier gibt es sonst nichts Finnisches – ich entziehe mich der Verlockung, etwas anderes als Deutsch zu reden. Kiehlmann erzählt, dass die größte nationale Gruppe die Amerikaner bilden. Sie sind leicht an ihrem starken Akzent zu erkennen. Darauf folgen Italiener und Spanier. Die Anzahl der Japaner hat sich verringert, und Russisch hört man öfters als früher, erzählt Kiehlmann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In meiner eigenen Gruppe ist die 20-jährige Alexandra, die im letzten August aus ihrer Heimatstadt östlich von Novgorod nach Berlin kam, ohne ein Wort Deutsch zu können. Sie begann mit dem Anfängerkurs, kletterte von Monat zu Monat eine Gruppe nach oben und ist nun nach neun Monaten in der höchsten Gruppe, C2, fast auf Muttersprachen-Niveau. Sie will an eine deutsche Universität und hat nicht vor, wie viele andere junge Begabte, nach Russland zurück zu kehren, denn die Spielregeln des Lebens dort sind ihrer Meinung nach nicht fair. &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 518px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:605 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;518&quot; height=&quot;387&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/MRau_Blog1.JPG&quot; title=&quot;MRau_Blog.JPG&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Rau im Hof des Goethe-Instituts.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
Die beinahe beste Beigabe des Kurses ist für mich das Kulturprogramm: jeden Morgen und Abend vor und nach dem fünfstündigen Unterricht gibt es entweder einen Vortrag zu deutscher Geschichte, einen Spaziergang an historische Orte oder das Bestaunen der neuesten Veränderungen der Stadt. Führer und Vortragende sind fachkundige und mitreißende Deutsche, zum Beispiel Matthias Rau, der in einer ostdeutschen Kleinstadt mit einer nicht minder wichtigen Person als Angela Merkel zur Schule gegangen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Merja Sundström (MTV 3) war einen Monat lang bei einem Intensivkurs des Goethe-Instituts in Berlin.  
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    <pubDate>Mon, 29 Apr 2013 15:49:10 +0200</pubDate>
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    <title>Jana Unmüßig 2 </title>
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    <author>nospam@example.com (Gast am Goethe-Institut Finnland)</author>
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    &lt;!-- s9ymdb:542 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;300&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/Jana2.jpg&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Du bist nun fast sechs Wochen in Helsinki. Was für Momente oder Eindrücke kleben dir am  meisten vor dem „inneren Auge“? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Ich war vor ein paar Tagen im Supermarkt und wollte an der Kasse den offenen Betrag von 0,51 Euro bezahlen. Ich gab der Kassiererin das Geld passend. Diese schaute mich etwas verdutzt an und meinte dann, dass sie kein Ein-Cent-Stücke annehmen würde. Ich hatte das schon mal gehört, dass in Finnland kleines rotes Münzgeld nicht so hoch im Kurs steht und im Supermarkt gar nicht erst angenommen wird. Ich hatte davon gehört, und jetzt habe ich das zum ersten Mal erlebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Und was denkst du dazu?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Ich finde es komisch. Ich meine, Geld ist doch Geld. Mir fiel da dieses alte deutsche Sprichwort ein „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.“ Ich mag das Sprichwort nicht sonderlich, aber mir erscheint das Ablehnen von rotem Münzgeld doch eher merkwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Und sonst? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Das Tanzstudio. Wir proben jeden Tag von 9:00 – 15:00. Da HIAP und Zodiak beide in der Cablefacotry zu Hause sind, gehe ich oft nur für den Supermarkt aus dem Gebäude.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Du siehst also gar nicht viel von Helsinki?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Nein, auf eine Art nicht. Helsinki ist für mich derzeit drei Institutionen: HIAP, Zodiak, Teak. Ich pendle zwischen diesen dreien hin und her. Manchmal sitze ich dafür in der U-Bahn. Die U-Bahn hat orange Hartplastiksitze. Das Orange ist jedes Mal ein kleiner Schock für mein Auge. Es ist ähnlich grell, wie das Orange des Fotos mit dem das Stück, das ich hier entwickle, Colour, Colour.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Würdest du nach Helsinki ziehen?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Das ist jetzt ein sehr abrupter Sprung. Was für eine Frage. Ähm, hm, ja, ich glaube ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Warum?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Hm, weil Helsinki eine komische – und ich meine komisch durchaus positiv hier – also, eine komische Mischung ist. Eine komische Mischung aus etwas das fast altmodisch daherkommt, voller Traditionsbewusstsein, etwas Folkloristisch anmutend, und dann auf der anderen Seite auch hochmodern  und gestylt erscheint. Das ist eine komische Mischung. Auch im Hinblick auf :Teil der nordischen Länder aber eben doch nicht „einfach“ Skandinavien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Kannst du noch kurz was zu dem Foto sagen, das du heute zeigst?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Auf dem Foto sieht man mein Nokia-Handy, dass ich von HIAP für die Zeit meiner Residenz bekommen habe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Warum hast du es fotografiert?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Weil es ein altes Nokia ist, dass sich so kein Mensch mehr kaufen würde. Es hat keine Fotokamera. Mein deutsches Handy – das ist ein Vodafone – hat auch keine Fotokamera. Ich kann deswegen nicht spontan Fotos machen, wenn ich in der Stadt unterwegs bin und die Fotos dann hinter her auf den Blog stellen. &lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;
Was sieht man noch auf dem Foto?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Meine Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Ist das wichtig?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Ja. Ich arbeite in meinen Choreografien viel mit Händen und Gesten. Habe ich dir erzählt dass die Performerinnen gestern mit offenen Haaren performt haben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Nein, das hast du nicht. Ist das etwas Besonderes für dich?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Ja. In Deutschland werden offene lange Haare sofort mit Pina Bausch assoziiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Mochtest du es, dass die Performerinnen offene Haare hatten?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Ja, ich könnte mir vorstellen, dass das auch so in der fertigen Choreografie ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Was sieht man noch auf dem Foto?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Einen „humidifier“. Er macht die Luft des Studios feucht. Denn mein HIAP-Studio hat air conditioning. Da braucht es etwas Nachhilfe mit der Luftbefeuchtung.&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Fri, 22 Feb 2013 11:19:48 +0100</pubDate>
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    <title>Jana Unmüßig 1 </title>
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    <author>nospam@example.com (Gast am Goethe-Institut Finnland)</author>
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    &lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;300&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/400UnmigFoto152.jpg&quot;  alt=&quot;Mein Studio bei HIAP&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt;
Helsinki – es ist kalt. Hier gibt es noch TATsächlichen Winter. Winter, der noch etwas tut, (er produziert Schnee und Kälte) und der noch etwas auslöst, der mich einschränkt und Rahmen steckt (bei minus 25 Grad gehe ich ungern vor die Tür). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu mir:&lt;br /&gt;
Ich erarbeite gemeinsam mit einem Team finnischer KünstlerInnen eine Choreografie. Mehr Info dazu auf der Homepage von Zodiak, www.zodiak.fi&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess sprechen wir Englisch. Mein Finnisch findet seine Grenze bereits nach wenigen Worten:  Moika, minä olen Jana. Do you speak English?  Es ist vielleicht eine etwas abgedroschene Sache, aber ich will sie doch an dieser Stelle noch mal wiederholen: Finnisch ist eine WIRKLICH schwierige Sprache. Eine der Tänzerinnen mit der ich arbeite, Gabriela, kommt ursprünglich aus Chile. Sie lebt hier seit 13 Jahren und sie hat es TATsächlich geschafft: sie kommuniziert mit den Technikern von Zodiak auf Finnisch. &lt;br /&gt;
Es ist also möglich den Dschungel aus mir undurchdringbaren Lauten mit einem Messer, Zunge, derart zu zerschneiden, dass das, was aus dem Mund kommt, Sinn macht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einschub:&lt;br /&gt;
ZEIT – es braucht ZEIT. &lt;br /&gt;
Und:&lt;br /&gt;
Helsinki scheint im Vergleich zu Berlin eher langsam, und leer.&lt;br /&gt;
Abschluss:&lt;br /&gt;
Warum ist der Strom so billig in Finnland und das Essen so teuer?&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 30 Jan 2013 15:19:30 +0100</pubDate>
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    <title>Annett Gröschner 10: Was ich vermissen werde...</title>
    <link>http://blog.goethe.de/finnland/index.php?/archives/141-Annett-Groeschner-10-Was-ich-vermissen-werde....html</link>
    
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    <author>nospam@example.com (Annett Gröschner)</author>
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    ...wenn ich nicht mehr in Helsinki bin (eine unvollständige Liste):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vielsagende Stille der Stadt.&lt;br /&gt;
Den Walzer von Schostakowitsch, den wir um den Esstisch im Salon der Villa tanzten.&lt;br /&gt;
Das Grün und das Gelb der Straßenbahnen und das Geräusch der Ampeln, wenn die Wagen an der Hauptpost den Fußgängerweg überqueren.&lt;br /&gt;
Der Latsipalatsi mit seiner klaren, aber nie kalten Erscheinung.&lt;br /&gt;
Das Café in der Bucht an der Endstelle der 4 und die Spatzen, die das Essen von den Tellern stahlen.&lt;br /&gt;
Die alten Turnschuhe in der Vitrine am Fuß des Olympiaturms.&lt;br /&gt;
Den Schiffsjungen auf der Fähre &lt;em&gt;Superstar&lt;/em&gt; nach Tallinn, der kurz nach dem Ablegen das Deck wischen musste.&lt;br /&gt;
Dieses russische Gefühl an manchen Tagen in Helsinki, von dem ich nicht wusste, woher es kam und warum.&lt;br /&gt;
Den Popen in der orthodoxen Kirche, der vor dem Altar mit dem Computer spielte.&lt;br /&gt;
Der Blick aus dem Fenster des Kiasma-Museums auf die Musikhalle, wo die Paare, tanzend, hin und herschwankten und das Kunstwerk &lt;em&gt;Babel&lt;/em&gt; aus tausend Radios die Musik dazu machte. &lt;br /&gt;
Namen wie Pirjo, Jukka-Pekka und Terje.&lt;br /&gt;
Ledas Wortschöpfungen wie &lt;em&gt;Graunässe&lt;/em&gt;, an dem Tag, als in Tampere im Nebel der Fernsehturm wie ein Schornstein aussah.&lt;br /&gt;
Das Design des Kioske, überhaupt das Design.&lt;br /&gt;
Die Installation &lt;em&gt;Balakavsky drive &lt;/em&gt;von Sergei Bratkov im Kiasma und ihre Art, sich in mein Herz zu schleichen.&lt;br /&gt;
Worte wie ravintola, kippis, pusu und poronliha.&lt;br /&gt;
Die Angst, den Schlüssel in meinem Zimmer zu vergessen und die Tür fällt, wenn ich draußen bin, zu.&lt;br /&gt;
Die Kohlmeise, die sich am Morgen in mein Zimmer verirrte.&lt;br /&gt;
Das Yrjönkatus-Bad, First und Second Floor.&lt;br /&gt;
Den Bogen des Wassers, wenn eine Frau in der Sauna die Kelle schwang und das Zischen, wenn es auf die Steine klatschte.&lt;br /&gt;
Den Ausspruch: &quot;Waterrunners! It’s not allowed to run side by side.&quot; &lt;br /&gt;
Waterrunners.&lt;br /&gt;
Die Frau, die aufrecht wie eine Tänzerin Runde um Runde durch das Wasser lief und sich nicht aus der Ruhe bringen ließ von den Schnelleren, die sie überholten. &lt;br /&gt;
Lachs, Rentier und Broiler, Baltische Heringe, gefrorener Sanddorn und Lakritze, Salmiakpastillen, Salmiakeis, Salmiakschokolade und Salmiakschnaps.&lt;br /&gt;
Den Dom am Ende des Fensterausschnitts und sein kaltes, klares Licht in der Nacht.&lt;br /&gt;
Das Geräusch der Züge, das von Tag zu Tag lauter wurde, weil das Laub von den Bäumen fiel.&lt;br /&gt;
Die Studentinnen der Universität in Turku und ihre klugen, nie verlegenen Fragen.&lt;br /&gt;
Die Brücke über die Eisenbahn und die Signallichter am Ausgang des Hauptbahnhofs.&lt;br /&gt;
Die Silhouette der Gebäude an der Töölönlahtibucht in der Nacht.&lt;br /&gt;
Und von denen die Finlandia-Halle, Geburtsort Europas in seiner neuzeitlichen, leicht makelhaften Gestalt.&lt;br /&gt;
Die Menschenkette um das Zelt der Afghanen, die laut und deutlich „Abschiebung verhindern“ rief.&lt;br /&gt;
Die Gabe meines Übersetzers, Helsinki für mich zu übersetzen.&lt;br /&gt;
Den Betonfuß des uralten Baumes in der Parkanlage neben dem Botanischen Garten.&lt;br /&gt;
Den Botanischen Garten an einem Samstag und die Granatapfelblüten unter dem Glasdach.&lt;br /&gt;
Den kleinen Jungen neben dem Becken mit den Koi, auf dessen T-shirt &lt;em&gt;Ticket to heaven&lt;/em&gt; stand.&lt;br /&gt;
Die Poliklinik an einem Sonntagabend und die Schwester, die mich an allerlei Geräte anschloss, die piepten und blinkten und analysierten.&lt;br /&gt;
Die Öfen in der Villa , die ich gerne geheizt hätte.&lt;br /&gt;
Das Glitzern der Wege in der Nacht hinter dem Hakaniemi.&lt;br /&gt;
Das Nebelhorn in der Dunkelheit und sein tiefer, ins Erdinnere weisende Ton.&lt;br /&gt;
Die Frau, die nachts auf der Etage polterte wie ein Einbrecher, weil sie, völlig betrunken, das Schlüsselloch der Tür Nr. 4 nicht fand.&lt;br /&gt;
Die Buddhafrau in der Sauna der Villa Kivi, der Kelle und Eimer angewachsen schienen an den nackten Körper.&lt;br /&gt;
Serhys Ausspruch: „Thats my Helsinki!“, als wir durch die Aleksis-Kivi-Straße gingen und ich mich erinnerte, dass in den Achtzigern in Magdeburg aus unerfindlichen Gründen ein Club so hieß, in dem die Jugend den Weltuntergang herbeitrank, der dann doch ausfiel, worauf Jukka-Pekka lachte und sagte, das passt ja, Kivi starb jung und trank reichlich, aber er war auch ein großer Dichter, was der Jugend in Magdeburg eher abging.&lt;br /&gt;
Die tanzenden ukrainischen Frauen und Männer im Fernseher der kleinen Wohnung und das Leuchten in den Augen der Zuschauer auf dem finnischen Sofa.&lt;br /&gt;
Kallio.&lt;br /&gt;
Die Kneipen von Kallio.&lt;br /&gt;
Die Frauen in der Stammkneipe meines Übersetzers und ihre Dialoge, von denen ich kein Wort verstand und trotzdem wusste, was sie sich zu sagen hatten.&lt;br /&gt;
Die Musicbox in der winzigen Kneipe &lt;em&gt;Pup Sidie&lt;/em&gt;, aus der &lt;em&gt;Carola&lt;/em&gt; ihre sentimentalen Lieder sang.&lt;br /&gt;
Der Obere und der Untere See von Tampere und die Werktore mitten in der Stadt.&lt;br /&gt;
Die Uhr im Latsipalatsi, die von außen aussieht, als wären ihr die Zeiger entflohen, um unterwegs die Zeit anzuhalten.&lt;br /&gt;
Die endlosen Unterführungen, Malls und Passagen im Zentrum der Hauptstadt, die, traurig wie alle Malls mit ihrem billigen Konsumschrei, im November doch vor Nässe und Kälte schützen.&lt;br /&gt;
Die Fähre von Suomenlinna und die müden Leute auf dem Weg zurück nach Hause.&lt;br /&gt;
Die Chinesinnen in den rosa Kindercapes auf der Insel zwischen den Kanonen.&lt;br /&gt;
Die Chinesinnen in der Suppenküche der Markthalle.&lt;br /&gt;
Die Suppen in der Suppenküche der Markthalle.&lt;br /&gt;
Die Augen der Samin am Hafen.&lt;br /&gt;
Das Knacken der Holztapete, wenn der Wind um die Villa fegt.&lt;br /&gt;
Die Linie 4 abends um neun am Katajanokan terminali, wenn die letzte Fähre aus Tallinn angelegt hat.&lt;br /&gt;
Und alles, was ich vergessen habe.&lt;br /&gt;
Ich geh jetzt mit den Serviererinnen schnurstracks in Richtung Flughafen. Hei hei!&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:527 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;430&quot; height=&quot;323&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/DSCF1881.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Sun, 11 Nov 2012 22:44:00 +0100</pubDate>
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    <title>Annett Gröschner 9: Serhiys Milchkännchen</title>
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    <author>nospam@example.com (Annett Gröschner)</author>
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&lt;br /&gt;
Über den Ohrringen hätte ich fast einen anderen Gegenstand vergessen, dessen Helsinkier Existenz mich elektrisierte und inspirierte. Es war das Milchkännchen in der Wohnung meines Übersetzers und seines Freundes Serhiy. Das Kännchen, das ich zur Kaffeetasse (ein Produkt der örtlichen Firma Arabia) gereicht bekam, war mir seltsam vertraut, auch wenn ich mich nicht erinnern konnte, schon einmal ein lesbisches Schäferstündchen auf solcherart Geschirr gesehen zu haben. In meiner Erinnerung waren es immer heterosexuelle Paare, die auf einer Lichtung auf die Göttinnen stießen. Solche Art von Geschirr stand in der Anrichte meiner Großmutter und kam wie sie aus Thüringen. Auch Serhiys Milchkännchen, so stellte ich beim Blick unter die Kanne fest, war ein Produkt aus eben dieser Gegend. &lt;em&gt;Oscar Schlegelmilch&lt;/em&gt;, eine Porzellanfabrik in Langewiesen. Dort deckten sich die für die Aussteuer ein, bei denen es für Meißen nicht reichte, die aber den bürgerlichen Schein, komme was wolle, zu wahren gedachten. &lt;br /&gt;
Es kam dann ganz dicke. &lt;br /&gt;
Serhiys Kännchen gelangte keineswegs auf den üblichen Exportwegen nach Finnland, obwohl &lt;em&gt;Oscar Schlegelmilch&lt;/em&gt; in der Nazizeit vorwiegend in nordische Länder exportierte und auch noch nach dem Krieg, neben dem Hauptabnehmer Sowjetunion, Finnland mit Gebrauchsgeschirr und Mokka-Services belieferte. &lt;br /&gt;
Das Schäferstündchen musste Umwege gehen: Zuerst brachte Serhiys ukrainischer Großvater es als Kriegsbeute aus Deutschland mit in die Ukraine. Ich stelle mir also ein 32-teiliges Kaffeegeschirr vor, das in der Anrichte des Ehepaars Menzinger (kinderlos, er als Gefreiter in der Ukraine, sie Verkäuferin bei Nordstern, später Hortnerin, er findet sein Grab vor Ende des Krieges in Charkow, sie heiratet nicht nochmal) in Berlin-Prenzlauer Berg steht. Bei den Bombenangriffen klirren die Tassen aneinander und werden deshalb voneinander getrennt, indem sie von Trude Menzinger sorgsam einzeln in Doppellagen des &lt;em&gt;Völkischen Beobachter&lt;/em&gt; eingewickelt und in einen Koffer verpackt werden, den sie bei jedem Angriff mit in den Luftschutzkeller nimmt. Dort findet der Sergeant der 2. Ukrainischen Front, nennen wir ihn Grischa, den Koffer am Morgen des 3. Mai 1945 auf seinen Streifzügen durch das nun totenstille Berlin und nimmt ihn mit in die Ukraine. Wie durch ein Wunder überstehen alle 32 Teile die nächsten Jahrzehnte, was vielleicht auch daran liegt, dass keine Geschirrspülmaschine die Farben verblassen und das Gold verwaschen lässt und jeder sich vorsieht mit dem guten Geschirr. &lt;em&gt;Oscar Schlegelmilch&lt;/em&gt; ist längst aus dem Handelsregister gestrichen (1958 schon wurde die Fabrik zu Werk VII des VEB Porzellanwerk Ilmenau und 1972 ganz geschlossen), als der Enkel des Sergeanten, Serhiy, sich auf den Weg in die Welt macht. Er kommt bis Finnland, das Milchkännchen im Gepäck, wo es nach einigen Umzügen zusammen mit der Hälfte des Service (die andere Hälfte blieb in der Ukraine) nun im Regal des Wohnzimmers in Kallio steht und nach wie vor nur bei besonderen Gelegenheiten herausgeholt wird.&lt;br /&gt;
Der Krieg ist jetzt 67 Jahre vorbei, das Milchkännchen hat keinen Sprung, keine Kratzer, nicht mal ein abgeblättertes Auge. Es sieht aus, als wäre es gestern hergestellt. &lt;br /&gt;
In Deutschland würde dieses Kännchen heute sicher nicht mehr existieren. Trude Menzinger ist tot, sie blieb ohne Nachkommen, aber wenn sie noch lebte, sie hätte das Milchkännchen bestimmt irgendwann aus Wut gegen die Wand geworfen oder es wäre von einem ihrer Patenkinder wegen Kitschverdachts wie aus Versehen vom Tisch gewischt worden. &lt;br /&gt;
Ein Milchkännchen auf dem Weg durch Europa. Ich könnte den ganzen Tag, Wochen und Monate den Dingen zusehen, wie sie sich einmischen in die große Geschichte, sie weitererzählen und, selten, auch durchkreuzen.&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 11 Nov 2012 00:28:17 +0100</pubDate>
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    <title>Annett Gröschner 8: Der Verlust von Helsinki</title>
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    <author>nospam@example.com (Annett Gröschner)</author>
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    Bevor ich Helsinki für drei Tage verließ, habe ich überlegt, was ich mitnehmen könnte auf meine Reise. Ich suchte etwas Helsinkiisches, das mich begleiten könnte, außer den Links zu finnischen Tangos im Internet, der diffusen Sehnsucht nach Melancholie und dem Geräusch der nächtlichen Nebelhörner, das sich in meinem Kopf festgesetzt hat. In einem der Kunstläden wurde ich fündig: &lt;em&gt;Urban Gridded Earrings&lt;/em&gt;, als „tragbare Erinnerung“ beworben. Das Helsinkier Straßennetz aus Nirostastahl als Ohrring. Das schien mir das perfekte Souvenir zu sein, auch wenn die Gleise hinter dem Bahnhof bedauerlicherweise nicht berücksichtigt waren und somit auch nicht meine Residenz.&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:526 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;430&quot; height=&quot;492&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/Ohrring.jpg&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Den ersten Ohrring habe ich in Riga verloren. Er muss mir unbemerkt auch dem linken Ohrläppchen gerutscht sein, als ich aus dem Flughafenbus stieg, ins Gespräch vertieft mit einem Freund, der in Riga wohnt und den ich Jahre nicht gesehen hatte. Ich reiste also nach vier Stunden Aufenthalt nur mit einem Ohrring weiter nach Süden. Aber auch den zweiten Ohrring habe ich nicht mehr mit zurückgebracht. Zwar hat er es noch geschafft, in Tblissi anzukommen und auch einen Tag mit mir im Kaukasus zu verbringen. Er ist mit mir im Literaturmuseum gewesen und hat dort die Waffen von Hadji Murat gesehen, das Notizbuch von Puschkin sowie die Kugeln, mit denen diverse georgische Schriftsteller erschossen worden waren. Ich vergaß ihn erst am Ende der Reise, als ich nachts um fünf zum Flughafen musste und - übernächtigt - nicht noch einmal nachsah, ob ich auch alles mitgenommen hatte. &lt;br /&gt;
Was wohl aus den Ohrringen geworden ist? &lt;br /&gt;
Hier meine Überlegungen: Der erste Ohrring ist von einer jungen Frau auf einem der Sitze im vorderen Teil des Flughafenbusses gefunden worden, als ihr das Handy aus der Hand rutschte, mit dem sie eine letzte sms an ihren Freund senden wollte und sie auf dem Sitz danach tastete. Sie war auf dem Weg zum Flughafen, mit Ziel Brüssel, wo sie zu einem Aufnahmegespräch für eine Tätigkeit beim EU-Parlament eingeladen war. Sie nahm den Fund als ein gutes Omen, auch wenn sie nicht so recht wusste, was dieses seltsame Spinnennetz zu bedeuten hatte. Die bekam den Job und kehrte nur noch einmal nach Riga zurück, um ihre Sachen zu holen und sich von ihrem Freund zu trennen. Den Ohrring trägt sie seitdem. Sie ist abergläubisch, dass das Glück sie verlässt, wenn sie ihn verliert. Manchmal fragen sie Leute, was er bedeuten soll und sie sagt dann: „Alles“, obwohl sie weiß, dass das leicht übertrieben ist.&lt;br /&gt;
Der zweite Ohrring wurde in dem Tblissier Hotel nicht gefunden, sondern rutschte beim Putzen in eine Ritze zwischen Wand und Fußboden, wo er ein paar Jahrzehnte überdauert, bis das Gebäude wegen Baufälligkeit abgerissen wird. Dabei wird er unter dem Erdreich verschwinden, mit dem das Fundament verfüllt wird und erst in ein paar hundert Jahren durch Zufall von einer Gruppe Archäologen ausgegraben werden, Nirosta-Stahl korridiert eben nicht. Der Fund wird als sensationell gewertet, weil die Forscher das Schmuckstück auf das beginnende 21. Jahrhundert datieren, über das man nicht viel weiß, weil alle Informationen über diese Zeit beim großen Datencrash des Jahres 2064 vernichtet wurden. Es wird darüber gestritten, was der Ohrring darstellen soll. Man ist sich bald einig, dass es ein Straßennetz ist. Um welche Stadt es sich aber handelt, bleibt im Dunkeln. Tblissi jedenfalls ist es nicht, es fehlt der Fluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 05 Nov 2012 02:03:18 +0100</pubDate>
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    <title>Annett Gröschner 7: Zwischenbilanz</title>
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    <author>nospam@example.com (Annett Gröschner)</author>
    <content:encoded>
    1.&lt;br /&gt;
Nach vierzehn Tagen weiß ich immer noch nicht viel über Helsinki. Es wird früh dunkel. Es ist kalt. Ich fühle mich wohl. Als ich angekommen bin, war die Gegend in Gelb getaucht.&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:448 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;430&quot; height=&quot;321&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/BlickInnenstadt.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Jetzt ist das Gelb fast verschwunden, die Silhouette der Stadt ist deutlicher geworden, und in der Nacht sind nun die Züge zu hören, die sich in die Gleise des Hauptbahnhofs einfädeln oder Helsinki verlassen. Ich mag die rot-weißen Regionalzüge, die mich an Elektritschkas erinnern.&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:516 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;430&quot; height=&quot;323&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/28.10.12.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2.&lt;br /&gt;
Ich bin viel Straßenbahn gefahren, wie ich es überall tue, wo ich zu Besuch bin. Mit der 4, natürlich. Aber auch mit 3b und 3T, der 9, der 10, der 1 und der 6, die nach Arabia fährt. Ich überlege, ob ich nachschauen sollte, wie Arabia aussieht. Die Straßenbahnen sind von gelb-grüner Farbe. Am besten gefallen mir die älteren und die mit den kleinen Tischen.&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:518 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;430&quot; height=&quot;323&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/Straenbahn.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.&lt;br /&gt;
Jeden Markttag spielen die estnischen Zwillinge auf dem Hakaniemi-Markt in Helsinki, hier ist es das Lied aus der Schlussszene von Kaurismäkis &quot;Wolken ziehen vorüber&quot; (Kauas pilvet karkaavat). Sie sehen sich wirklich sehr ähnlich, sie sind nur durch ihre Instrumente zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:510 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;430&quot; height=&quot;323&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/Esten.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. &lt;br /&gt;
Mein Beitrag zu &quot;World Design Capital - Helsinki 2012&quot; (&quot;We want to design not only objects but solutions.&quot;)&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:525 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;430&quot; height=&quot;323&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/Design2.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5.&lt;br /&gt;
Überhaupt das Design. Diesen Kiosk würde ich gerne mitnehmen, als mobile Behausung. Er steht vor dem Bahnhof in Tampere, eine Stadt, die mir auch deshalb gefällt, weil es mitten in ihr eine Fabrik gibt, die noch nicht geschlossen ist, aus der am Abend noch Arbeiter kommen und nicht nur Kunden.&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:512 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;430&quot; height=&quot;323&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/Kiosk.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6.&lt;br /&gt;
Endlich schaffte ich es, mit der Fähre aufs Meer zu kommen, für fünfzehn Minuten. Helsinki wurde kleiner. Von Weitem sah die Stadt russisch aus. Es gingen nur wenige auf Suomenlinna an Land.&lt;br /&gt;
Plötzlich fing es an zu hageln, kleine spitze Körner. Die älteren Asiatinnen kauften sich in der Touristeninformation Regencapes. Es gab aber nur noch welche für kleine Mädchen, rosa mit zartlila Schmetterlingen, für 2,50 Euro das Stück. Es sah lustig aus, wie der rosa Schwarm über die Hügel Richtung Fähre ging. &lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:521 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;430&quot; height=&quot;323&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/Suominl.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7.&lt;br /&gt;
Ich weiß immer noch nicht, was die Finnen mit den Duschen machen, die an jedem Waschbecken hängen. Haare waschen? Etwas, über das man lieber nicht spricht? Telefonieren?&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:522 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;430&quot; height=&quot;323&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/Waschbecken.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 29 Oct 2012 22:34:33 +0100</pubDate>
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    <title>Annett Gröschner 6: Bei den Priesterinnen der Ceres</title>
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    <author>nospam@example.com (Annett Gröschner)</author>
    <content:encoded>
    Das erste, was mir in der Markthalle am Hakaniemiplatz auffiel, waren die Hühner. Sie lagen gleich am Eingang der Halle in einer Glasvitrine, groß und fett und tot. Nun ist totes Geflügel nichts Besonderes, wenn man nicht gerade in einer Markthalle für Vegetarier einkaufen geht, aber diese Hühner hießen Broiler, und das war dann doch eine Überraschung. Es war das erste Mal seit dem Ende der DDR, dass ich zu dem Wort Broiler auch die Tiere zu sehen bekam. Hatten sie dort oben im Norden, im ewigen Eis, die Zeit totgeschlagen, ehe sie entdeckt, entführt und für einen Wahnsinnspreis verhökert wurden?&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:450 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;299&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/Broiler.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Sagt man Broiler statt Brathähnchen, disqualifiziert man sich im Deutschen sofort als Bürger zweiter Klasse. Wer Broiler sagt, sagt aus der Sicht Westdeutscher auch Jahresendflügelfigur statt Engel. Dass auch die Finnen das Wort benutzen, machte sie mir sofort sympathisch, auf emotionaler Ebene. Denn mir ist durchaus und seit Jahren bekannt, dass Broiler ganz unideologisch die Bezeichnung für ein Masthuhn oder –hahn ist, die noch dazu aus dem Amerikanischen kommt. Von &lt;em&gt;broil&lt;/em&gt;, der Bezeichnung für ‚braten’ oder ‚grillen’. Eine amerikanische Geflügelfirma prägte den Ausdruck, der auf verschlungenen Wegen in der DDR strandete, wo er unter anderem unter der Bezeichnung &lt;em&gt;Goldbroiler&lt;/em&gt; Name einer Restaurantkette wurde, wo es nichts weiter gab als gebratene Hühnchen und Hähnchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich liebe Markthallen, überall auf der Welt. Und ich mag auch den ihnen gewidmeten Text von Walter Benjamin aus der &lt;em&gt;Berliner Kindheit um Neunzehnhundert&lt;/em&gt;. Eigentlich geht es dort um die Marktfrauen, die für den Jungen etwas Schweres, Erotisches ausstrahlten: &lt;blockquote&gt;Hinter Drahtverschlägen, jeder behaftet mit einer Nummer, thronten die schwerbeweglichen Weiber, Priesterinnern der käuflichen Ceres, Marktweiber aller Feld- und Baumfrüchte, aller eßbaren Vögel, Fische und Säuger, Kupplerinnen, unantastbare strickwollene Kolosse, welche von Stand zu Stand miteinander, sei es mit einem Blitzen der großen Knöpfe, sei es mit einem Klatschen auf ihre Schürze, sei es mit einem busenschwellenden Seufzen, verkehrten. &lt;/blockquote&gt;In der Markthalle am Hakaniemiplatz sind die Marktfrauen zu gleichen Teilen Marktmänner. Vor allem in der Abteilung Fisch und Fleisch stehen sie herum und warten auf Kundschaft, während die Verkäuferinnen alles andere als Kolosse sind. Aber Strickjacken tragen sie auch hier und heute noch, wahrscheinlich weil es in Markthallen immer zieht.&lt;br /&gt;
Mein Lieblingsstand ist die Suppenküche. Es gibt einen Koch und eine Kellnerin. Der Koch agiert in einer offenen Küche, die aussieht wie die im Ikeakatalog, die beweisen soll, dass man auch auf kleinstem Raum gleichzeitig kochen, braten, abwaschen, essen und herumlungern kann. Jeden Mittag gibt es drei Suppen zur Auswahl. Die Kellnerin kassiert sofort ab. Am Gürtel hat sie eine Wechselkasse, wie sie Schaffnerinnen früher in der Straßenbahn trugen. Mit einer schnellen Bewegung des Daumens entnimmt die Frau das Wechselgeld und legt es einem in den Handteller. Dann kommt auch schon das Essen. Immer sitzen hier asiatische Touristen, was mich in der Annahme bestärkt, dass der Suppenstand in irgendeinem, wahrscheinlich in Hunderttausenderauflage erschienenen japanischen oder chinesischen Touristenführer &lt;em&gt;Ganz Europa in vierzehn Tagen&lt;/em&gt; als Geheimtip steht.&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 29 Oct 2012 12:38:00 +0100</pubDate>
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</item>
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    <title>Léda Forgó 12: Tampere nur noch</title>
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    <author>nospam@example.com (Léda Forgó )</author>
    <content:encoded>
    als trübe Erinnerung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:505 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;375&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/CIMG5825.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich bin noch nicht mal in Helsinki.&lt;br /&gt;
Noch darf die Wehmut klein bleiben.&lt;br /&gt;
(Rätselfrage: wo bin ich?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:506 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;83&quot; height=&quot;110&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/CIMG5822.serendipityThumb.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 27 Oct 2012 16:18:02 +0200</pubDate>
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</item>
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    <title>Annett Gröschner 5: Im Frauenbad</title>
    <link>http://blog.goethe.de/finnland/index.php?/archives/136-Annett-Groeschner-5-Im-Frauenbad.html</link>
    
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    <author>nospam@example.com (Annett Gröschner)</author>
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    Eine junge Frau mit sehr roten Haaren steht nackt vor einem Ofen, dessen Tür sich in zwei Metern Höhe befindet. Sie holt mit einer großen Kelle Wasser aus einem Eimer, schwingt sie über ihren Kopf und schleudert den Inhalt ins Innere des Ofens. Um das Loch zu treffen, muss sie in die Höhe springen. Das sieht aus wie bei einer Speerwerferin. Bei jedem Sprung wippen ihre Brüste. Die Steine zischen, als das Wasser sie trifft, heißer Dampf entweicht, der den Körpern im Raum den Schweiß aus den Poren treibt. Das wiederholt die Rothaarige fünfmal, dann fragt sie in die Runde, ob es reicht. Die anderen schütteln den Kopf. Sie geht zum Wasserhahn, füllt den Holzbottich mit Wasser nach, bewegt sich zu ihrer Ausgangsposition und schwingt erneut die Kelle, bis die Hitze unerträglich wird. Von oben sieht es aus wie ein Märchen für Erwachsene. Gretel muss für die Hexe den Ofen beschicken, damit sie Hänsel braten kann, aber das Größenverhältnis von Ofen und Gretel befindet sich in einem eklatanten Widerspruch. Gretel ist eine Zwergin gegen den Ofen. Außerdem fehlt Hänsel, denn es ist Frauenbadetag in der Yrjönkatu-Schwimmhalle. Montags, mittwochs, freitags und sonntags. Männer dürfen nur dreimal in der Woche. &lt;br /&gt;
Ich habe mich sofort in das Bad verliebt, mit seinen blauen Kacheln bis unter die Decke, den Einzelkabinen, die wie Gefängniszellen aussehen, mit der alten Sackwaage und vor allem der Galerie, auf die man nur darf, wenn man an der Kasse „Second floor“ sagt und das Doppelte bezahlt. Dann hat man Anspruch auf Bademantel und Badetuch, eine Liege mit Vorhang, ein abschließbares Schubfach und einen Abwaschlappen, mit dem ich beim ersten Mal nichts anzufangen weiß, bis ich lerne, dass man sich in der Sauna darauf setzt. Wobei aber der deutsche Befehl „Kein Schweiß auf Holz“, den dort jede Saunawand ziert, in Finnland nicht so ernst genommen wird. &lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:500 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;299&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/Saunatuch.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Der größte Teil der Fläche des Bades wird von einem 25-Meter-Becken eingenommen, dessen Boden steil nach unten abfällt. Jeder Schritt, jeder Schwimmzug ist ein Déjà-vu. Genauso sah das Stadtbad in Magdeburg aus, in dem ich quasi aufgewachsen bin. Tausende Kilometer bin ich dort von meinem achten bis zum achtzehnten Lebensjahr geschwommen. Auf der Galerie zogen sich die Jungen um, die Olympiasieger hatten werden wollen, aber aus dem Kader geflogen waren und nun bei uns lahmen Enten abtrainierten. Sie hatten sehnige, muskulöse Körper und sprangen, wenn sie meist schon betrunken zum Training kamen, von der Galerie ins tiefe Wasser. Wenn sie wieder auftauchten, riefen sie sich die Namen der Mädchen zu, die ihnen vom Grund aus am besten gefallen hatten. An ihrer Stelle auf der Galerie befinden sich im Yrjönkatu-Bad Frauen in Bademänteln an Caféhaustischen, trinken Kaffee und essen Kuchen. Sie sitzen ganz aufrecht, damit die zum Turban gebundenen Handtücher nicht von den Köpfen fallen. Unten liegen die Frauen im Wasser, schwimmen Brust, Freistil oder Rücken, die meisten nackt. &lt;br /&gt;
Ich liebe den Umgang der Finninnen mit ihrer Nacktheit. Es erinnert mich an die Zeit vor 1989 in Ostdeutschland, wo man auch nicht unbedingt einen Badeanzug brauchte. Danach wurde die Mauer durch erhöhte, aus Westdeutschland importierte Schamgrenzen ersetzt. Keine Nacktbadestrände mehr und jede Menge Bikinidiäten. Die Selbstzensur fand am Körper statt, nicht mehr in den Medien oder der Kunst. Im Yrjönkatu-Bad schert sich keine darum, dass ihr Körper nicht aussieht wie mit Hilfe von Photoshop korrigiert. Es gibt auch nur wenige junge Frauen, die sich mit Hilfe von Schamhaarrasuren in den Zustand der Unschuld zu versetzen hoffen, wie es Mode geworden ist in Berlin. &lt;br /&gt;
Die „Firstfloor-Sauna“ wird von Frauen dominiert, die ich die Buddhafrauen nenne – meist über sechzig, wohlbeleibt und aufrecht, in der Sauna quasi zu Hause, stets umsichtig, was die Ordnung in der Hütte angeht und immer die Kelle in der Hand, um ordentlich Dampf zu machen. Das ist anders als in der deutschen Saunakultur und mir sehr sympathisch. Hier gibt es keinen Saunadirektor, der in Chefmanier alle drei Stunden in den Raum schreitet, über der Schulter ein Handtuch und in der Hand einen Eimer, in dem sich aromatisiertes Wasser befindet, meist Fichtennadel oder Sandelholz, aber auch Exotisches wie Mango oder Ananas, deren Aroma die Luft verpestet, nachdem der Direktor den Eimer Kelle für Kelle über den Steinen verzischen lassen hat. Dann kommt sein großer Moment. Er zieht das Handtuch von der Schulter und schwingt es über seinem Kopf, dass der Geruch sich im ganzen Raum verteilt. Dabei schwitzt der Mann sein T-Shirt nass und Fichtennadel- verbindet sich mit Schweißgeruch. Dabei glotzt er den Damen auf Scham und Brüste, ehe er wieder mit dem leeren Eimer verschwindet. &lt;br /&gt;
In der Yrjökatu-Sauna gibt es keinen Saunadirektor. Jede Besucherin kann hier die Kelle schwingen, bis alle dampfen und auch die verschämten jungen Französinnen, die es hierher verschlagen hat, ihre Oberteile ausziehen und verstohlen in der Hand kneten. Touristinnen, sagt eine der Buddhafrauen zu mir, aber es klingt nicht abfällig.&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 27 Oct 2012 02:50:44 +0200</pubDate>
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    <title>Léda Forgó 11: ES</title>
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    <author>nospam@example.com (Léda Forgó )</author>
    <content:encoded>
    SCHNEIT!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:504 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;375&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/CIMG5793.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 25 Oct 2012 06:20:00 +0200</pubDate>
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    <title>Annett Gröschner 4: Der Bunker hinter der Tapete</title>
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    <author>nospam@example.com (Annett Gröschner)</author>
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    Ich werde in die Kabelfabrik mitgenommen, heute ein Kulturzentrum. Einst war es ein Produktionsbetrieb von Nokia, lange vor den Telefonen. „Auch die Gummistiefel von Nokia sind sehr gut, die halten lange“, sagt Pirjo, als wir auf die Fabrik zugehen. Gummistiefel von Nokia, das hört sich für nichtfinnische Ohren etwas seltsam an, aber offenbar war diese Firma immer auf der Höhe der Zeit. Machte Kabel, als die Menschheit sich noch real vernetzte, produzierte Gummistiefel zu einer Zeit, als Menschen noch durch den Matsch stapfen mussten, um Nachbarn oder Verwandte zu besuchen, anstatt ihnen eine sms zu schicken und Reifen, damit sie nicht mehr laufen mussten. Auch die Telefone von Nokia sind ja sehr haltbar. Mein acht Jahre altes sendet mir immer noch sms von seinem jetzigen Besitzer, das amerikanisch-chinesische Smartphone dagegen ging nach zwei Jahren kaputt. Im Moment denkt Nokia nach, was die Menschheit als nächstes vorhat. In Tampere kann man mit der 70 nach Nokia fahren. Nach Nokia, nicht zu. Dass das eine Stadt ist, war mir neu.&lt;br /&gt;
In der Kabelfabrik ist das Theatermuseum. Dort stellt die deutsche Bühnenbildnerin Anna Viebrock ihre Entwürfe aus. &lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:466 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;308&quot; height=&quot;230&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/ViebrockFrauen.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Anna Viebrock hat die realen Räume der Nachkriegszeit in den Theaterraum übertragen und verfremdet. Räume, die ich früher in der Realität nicht sehr schätzte, weil sie nicht alt waren und immer nur funktional. Irgendwann musste ich begreifen, dass sie gemacht worden waren, damit eine wie ich nicht über vollkommen leere, windige Flächen laufen musste. Wie überhaupt meine Generation gemacht wurde, damit die Generation vor uns den Krieg vergessen konnte, wie auch die Nachkriegshäuser mit ihren sauberen Fußböden und geometrischen Tapeten den Krieg vergessen machen sollten und ihn doch nur überdeckten. Daran erinnern mich die Räume Anna Viebrocks, nur dass bei ihr der Uhr an der vertrauten Wand immer im entscheidenden Moment der Zeiger herunterfällt. Bei Anna Viebrock bin ich nicht im Theater, sondern in meinem eigenen Traum.&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:467 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;308&quot; height=&quot;230&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/Viebrockreichskanzlei.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Hinter der Tapete wartet der Bunker. Im Bunker wartet der Mörder, hinter den Campingmöbeln versteckt. Und nirgendwo jemand, der mich weckt.&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:460 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;308&quot; height=&quot;230&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/Grung1.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in Helsinki frage ich mich, was in der Innenstadt stand, bevor die großen Einkaufszentren rechts und links des Kamppis abgeladen wurden. Der Glaspalast und sonst nichts? Ich liebe den Glaspalast, er könnte ein Bühnenbild von Anna Viebrock sein. Vor allem die beiden leuchtenden Kellnerinnen haben es mir angetan.&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:499 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;300&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/DSCF1878.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 25 Oct 2012 00:59:57 +0200</pubDate>
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    <title>Annett Gröschner 3: Dem Wanderpokal nachwandern</title>
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    <author>nospam@example.com (Annett Gröschner)</author>
    <content:encoded>
    Heute war ich bei meinem Übersetzer Jukka-Pekka zu Besuch. Für mich holte er seine größte Auszeichnung nach dem finnischen Staatspreis aus dem Regal. Es ist ein Wanderpokal für den besten Stammkunden der Kneipe. Ich durfte das Ding kurz in der Hand halten. Er war nicht so schwer wie er aussah, aber trotzdem gewichtig. Und wer wird schon bester Stammkunde seiner Kneipe, ohne auch derjenige zu sein, der dem Unternehmen den höchsten Jahresumsatz bringt? Der einen Preis einfach nur deshalb erhält, weil es der Wirtin angenehm ist, dass er zu Besuch kommt, in einen Raum, der sowieso sein verlängertes Wohnzimmer ist. &lt;!-- s9ymdb:492 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;308&quot; height=&quot;211&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/pokal1.jpg&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Bald ist das Jahr um und Jukka-Pekka muss den Pokal abgeben, dann bekommt ihn der nächste. Sein Name und das Jahr seines Triumphes sind auf ein Schild graviert, das am Sockel befestigt ist. &lt;br /&gt;
Jukka-Pekkas Stammkneipe ist ein Kleinod. Sowas ist in Städten wie Berlin grundsätzlich weggentrifiziert oder unter Denkmalschutz gestellt, was ungefähr aufs Gleiche rauskommt. In der Kneipe von Jukka-Pekka könnte man sofort mit dem Romanschreiben anfangen und müsste dann nur lang genug sitzen bleiben, bei mäßigem Alkoholgenuss. Es ist auch nicht nötig, die finnische oder schwedische Sprache zu beherrschen. Der Roman könnte von dem betrunkenen Hund und seinem anmutigen Frauchen handeln, ach nee, umgekehrt, oder über den Stiefvater, der vor einer Stunde an einer Lungenkrankheit gestorben ist und jetzt mit einer Zigarette betrauert wird oder über die Frau, die sich in London den Finger gebrochen hat, den sie jetzt ganz majestätisch durch die Kneipe trägt, die Farbe der Kleidung, Haarfarbe und Brille streng auf die Fingerschiene abgestimmt, ohne überdesigned zu wirken. Mit Design will man hier nicht unbedingt etwas zu tun haben. In der Kneipe ist kein gestalterischer Schnickschnack im Weg, es gibt Wände, Tische, Stühle und als einziges Schmuckstück ein vollgekramtes Bücherregal neben dem Zapfhahn, dessen Inhalt aber angeblich nie jemand benutzt. Den Namen der Kneipe werde ich natürlich nicht verraten, ich bin ja kein Touristenführer, der Geheimtips ausposaunt. Die Kneipe findet schon die Gäste, die ihr genehm sind. &lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 21 Oct 2012 21:16:32 +0200</pubDate>
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    <title>Léda Forgó 10: Hommage auf die Residenzwohnung von Keskustori</title>
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    <author>nospam@example.com (Léda Forgó )</author>
    <content:encoded>
    &lt;!-- s9ymdb:473 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;110&quot; height=&quot;83&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/CIMG5788.serendipityThumb.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor meinem Fenster fliegen öfter Luftballons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die urbane Weitsicht macht den am Fenster Stehenden zu einem Protokolllisten des Stadtgeschehens.&lt;br /&gt;
Täglich wechselt die Funktion des Platzes.&lt;br /&gt;
Wie auf einer Bühne wird stets auf- und abgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:469 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;110&quot; height=&quot;83&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/CIMG5478.serendipityThumb.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:470 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;110&quot; height=&quot;83&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/CIMG5680.serendipityThumb.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es dunkel wird, dreht sich der Spieß um,&lt;br /&gt;
die Schwärze starrt durch die vorhangslosen Fenster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Ausstellungen&lt;br /&gt;
entdecke ich das Gebäude immer wieder.&lt;br /&gt;
Zunächst gab es nur die linke Hälfte.&lt;br /&gt;
Beim Bürgerkrieg stand es schon ganz. &lt;br /&gt;
Die gläserne Wand der Nachbarwohnung,&lt;br /&gt;
die wie ein Kyklops-Auge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:468 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;110&quot; height=&quot;83&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/CIMG5506.serendipityThumb.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich falle von der Straße in den stillen Flur.&lt;br /&gt;
Schmale, breite Stufen,&lt;br /&gt;
das karierte Muster des Steinbodens kenne ich irgendwoher,&lt;br /&gt;
von Budapest vielleicht.&lt;br /&gt;
Die Haltesäulen schmücken Eulen.&lt;br /&gt;
Aufzug mit Schiebegitter,&lt;br /&gt;
hinter ihm rast die unverdeckte Wand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In die Wohnung tretend empfängt mich&lt;br /&gt;
die einzige schalldichte Räumlichkeit, das kleine fensterlose Bad,&lt;br /&gt;
in dem es nach der Wohnung meiner Großmutter duftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die restlichen Räume sind mit einem Dröhnen &lt;br /&gt;
überzogen.&lt;br /&gt;
Durch den Lärm entsteht ein Harren.&lt;br /&gt;
Unaufhörlich horche ich auf eine mildere Verkehrswelle.&lt;br /&gt;
Einzelne Schreie der Berauschten unterbrechen das Dröhnen.&lt;br /&gt;
Manchmal ähneln die Laute Tierstimmen.&lt;br /&gt;
Die einzige Möglichkeit zu sich zu kommen&lt;br /&gt;
an den stillen Kern, ist Ohropax.&lt;br /&gt;
Ich drücke nachts die sich immer wieder von der Haut ablösenden&lt;br /&gt;
Wachskügelchen tiefer und tiefer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:471 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;83&quot; height=&quot;110&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/CIMG5784.serendipityThumb.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Spinne ist tot.&lt;br /&gt;
Immer öffnete ich die Läden vorsichtig.&lt;br /&gt;
Dennoch.&lt;br /&gt;
Der Todesfund ist nicht plötzlich.&lt;br /&gt;
Ihre Leiche hielt ich einige Tage lang&lt;br /&gt;
für einen Fussel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich erstarre eine richtige Erstarrung.&lt;br /&gt;
Mein wahres Entsetzen wegen eines Spinnentodes &lt;br /&gt;
bewerte ich als Kinderlärm-Entzugserscheinung.&lt;br /&gt;
Dennoch kann ich die Spekulationen&lt;br /&gt;
über ihren Tod nicht unterdrücken.&lt;br /&gt;
Verhungert?&lt;br /&gt;
(Schuld Plastikbaum)&lt;br /&gt;
Oder sie hat die Babys abgeworfen&lt;br /&gt;
und hiermit ihre Lebensbestimmung erfüllt?&lt;br /&gt;
Tödlicher Kräftverfall wegen&lt;br /&gt;
des Netzbaus im gesteigerten Maße,&lt;br /&gt;
verursacht durch mein ständiges Lüften?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich lasse sie liegen&lt;br /&gt;
und kehre mit dem Blick &lt;br /&gt;
immer zu ihr zurück,&lt;br /&gt;
wenn ich das Schlafzimmer betrete.&lt;br /&gt;
Nach Staubsaugen durch Fremdhand&lt;br /&gt;
ist sie auch irgendwann weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:472 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;83&quot; height=&quot;110&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/CIMG5786.serendipityThumb.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 20 Oct 2012 13:47:46 +0200</pubDate>
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    <title>Annett Gröschner 2: Dies ist kein See</title>
    <link>http://blog.goethe.de/finnland/index.php?/archives/130-Annett-Groeschner-2-Dies-ist-kein-See.html</link>
    
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    <author>nospam@example.com (Annett Gröschner)</author>
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    &lt;!-- s9ymdb:449 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;650&quot; height=&quot;488&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/finnland/uploads/Boote.JPG&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor meinem Fenster ist ein Gewässer. Ich habe es für einen Stadtsee gehalten und mich gefragt, warum es hier so viele Boote gibt. Wenn alle auf einmal losführen, kämen sie sich ins Gehege wie Autoscooter. Allerdings fehlt ihnen die Gummibereifung an den Außenwänden. Oder liegen die Schiffchen nur zum Angeben da? Vielleicht gibt es ja feste Tage, an denen sie auslaufen dürfen, die zu Beginn der Saison ausgelost werden? Glück hat, wer den Sonnabend zieht. &lt;br /&gt;
Aber mein Übersetzer gab mir zu verstehen, dass das gar kein See, sondern eine Bucht sei, mit einer Verbindung zum offenen Meer. Im Grunde genommen wohne ich direkt an der Ostsee. Um es wirklich zu glauben, müsste ich kosten, ob das Wasser so salzig schmeckt wie auf der anderen Seite meines Lieblingsmeers. Gestern habe ich vier Chinesen dabei beobachtet, wie sie mit riesigen Teleobjektiven die Enten fotografierten und sich dabei freuten, als wären in diesem Moment hier Wale gestrandet.  
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    <pubDate>Sat, 20 Oct 2012 01:43:21 +0200</pubDate>
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