Morgens haben mehrere Kindergruppen den Platz überquert. Eine Schulklasse trug orangefarbene Sicherheitswesten, sie hob sich deutlich von allem Dämmerigen ab. Eine lose Gruppe Kindergartenkinder bestand nur aus Mädchen, jedenfalls gingen sie in uniformem Rosa und Pink. Diese Farben kontrastieren stark mit den milden, lichten Anstrichen der umstehenden Gebäude. Mit Hilfe knalliger Farben versichert man sich, daß man nicht einfach verfliegt.
In der Dämmerung neigt der Platz dazu, sich aufzulösen. Er verliert jeden Halt, er erhebt sich und schwebt. Dafür die Sicherheitswesten. Man muß die Kinder festhalten, fest an der Hand halten, man sollte sie nicht aus den Augen verlieren in der Dämmerung. Auch kleine Hunde tragen Sicherheitswesten im diffusen finnischen Licht. Nur die größeren Hunde, die mit besserem Bodenkontakt, haben dergleichen nicht nötig, allerdings wirken auch sie hier tendenziell schwerelos, sie tänzeln.

Letztens wimmelte es von jungen Erwachsenen in starkfarbigen Overallhosen. Das Oberteil des Overalls hatten sie um die Hüfte geknotet, wohl um es mit der Starkfarbigkeit nicht zu übertreiben. Gleichfarbige Hosen bildeten molekülartige Gruppen, neongrüne, gelbe, himmelblaue. Es handelte sich, war zu erfahren, um ein „event“ mit dem Namen Hämeenkadun Appro, eine Kombination aus Kampftrinken, Kneipentour, Stadtspiel und Pilgerfahrt.* Die Gruppen ziehen in maximaler Geschwindigkeit mit Hilfe eines Stadtplans von Lokal zu Lokal und lassen sich jeweils, wie im Pilgerbüro, ein Teilnahmedokument abstempeln. Das Ganze findet bei Sonnenuntergang statt und ist in der zweiten, der nautischen Dämmerungsphase beendet.
*Die, im engeren Sinne, Regeln hat mein Vorgänger recherchiert. Sie sind nachzulesen in Jan Christophersens Eintrag vom letzten Jahr.













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