Dieses Exemplar befindet sich am südlichen See Tamperes, dem Pyhäjärvi:
Man sitzt dort ausgezeichnet, und die Aussicht ist diese:
Es zeigt sich allerdings schnell, daß man, was die finnischen Steine betrifft, nicht zu klein denken darf. Man darf die Erwartungen nicht zu niedrig ansetzen, auch nicht aus Angst, sonst womöglich enttäuscht zu werden. Die finnischen Steine sind solche, an die durchaus Ansprüche gestellt werden dürfen. Sie erfüllen locker jedes Kriterium, sei es Größe, sei es Weitblick, sei es abgeschiedene Lage, sei es Gruppeneignung. Nachdem ich persönlich mit den vorgefundenen Steinen schon recht zufrieden war, gab es bei allen genannten Aspekten noch eine Reihe von Steigerungen. Höher, schöner usw., aber Steine lassen sich im Grunde kaum miteinander vergleichen, sie lassen sich genaugenommen auch nicht steigern, sie stehen für sich.
Diese Steinformation ist eine Art Landzunge, sie paßt nicht ganz auf das Foto:
Während in Tampere für mein Gefühl manches der Partnerstadt Essen, in der ich geboren bin, durchaus ähnelt, unterscheidet sich der See Pyhäjärvi, der südliche See der Stadt, von seinem Partnersee, dem Essener Baldeneysee tatsächlich durch das Gestein und das Gefühl, das dieses vermittelt: für einen Moment am Ende der Welt zu stehen, und zugleich, ja, an einem Ort zu sein, wo man immer schon hinwollte, allerdings ohne das vorher zu wissen.
Und von diesem Stein aus hat man bei passendem Wetter auch die Möglichkeit, Nebensonnen zu sehen.













Ich hatte Ihnen auf der Buchmesse zugehört, wo Sie über die finnischen Steine sprachen. Jetzt bin ich mir nicht sicher, ob Sie damit die Felsen meinen oder die Findlinge. Kallio/kivi auf Finnisch. Südfinnland besteht ja völlig aus einer Granitfelsplatte, die viele Sprünge hat und nur teilweise von Sand oder Humus bedeckt ist. Nach der letzten Eiszeit war Finnland nackter Fels.
Aber die Findlinge, die von dem Eiszeitgletscher bis nach Norddeutschland transportiert wurden, sind Bruchstücke dieses Felsens. Besonders Südost-Finnland ist reich an diesen 1-10 m großen Findlingen.
Besonders beliebt sind sie bei den Orientierern. Orientierung ist ein finnischer Volkssport, wo man mit Karte und Kompass möglichst schnell einen Parcour zurücklegt und an bestimmten Stellen stempelt. Oft liegen diese Stellen an einem großen Findling, der in der Karte mit einem schwarzen Punkt gekennzeichnet ist.
Sie können sich vorstellen, welches Ärgernis diese Findlinge in der Vergangenheit für die Bauern darstellten. Als es noch keine Traktoren und kein Dynamit gab, musste man entweder im Feld die Steine stehen lassen und darum herum pflügen oder bei kleineren Exemplaren diese eingraben oder zum Rand wälzen.