Ich war im See! Schwimmen! Und zwar am Halloweenabend, also praktisch Anfang November. Und die Wassertemperatur, das sage ich gleich dazu, betrug 8 Grad Celsius.
Für meinen Besuch der schönsten Sauna Tamperes hatte ich mir den Montagnachmittag ausgesucht. Sonntags, dachte ich mir, sind sicher die Familien dort, die Noch-nicht-Familien und die Berufstätigen ganz allgemein, Montag schien mir der bessere Tag. Man wandert durch das Stadtzentrum, überquert die Eisenbahn, die Autobahn und geht dann noch ein ganzes Stück durch den Wald, ein Fußweg von ungefähr einer Stunde. Das Saunahaus hatte ich schon bei einem anderen Spaziergang gesehen, es ist rot und weiß angestrichen und liegt, etwas abseits, direkt am See. Als ich dort ankam, zur besten Nachmittagszeit, war es schon brechend voll. Das erklärt allerdings, wo sich die Finnen aufhalten, wenn sie an den vielen Orten, wo Leere gähnt, so auffällig fehlen.
Die Frauen tragen Filzhüte oder gehäkelte Kappen, die Männer bunte Strickmützen. Ein paar Jugendliche hatten die gleichen schlumpfblauen Skimützen auf. Mit Badekleidung und Kopfbedeckung tritt man aus der Sauna auf die Terrasse, von dort führt eine lange Treppe in den See. Die Treppe ist längs durch ein Geländer geteilt, sie ist so konstruiert, daß man rechts absteigt, links wieder auf, und um die Richtung zu wechseln nicht umhin kommt, bis zum Hals in den See zu tauchen. Doch, ich bin ein paar Züge geschwommen. Zweimal. Das Wasser war wirklich sehr kalt. Man muß bedenken, daß die Wassertemperatur beim Eislochbaden auch nicht wesentlich niedriger liegt. Und ich bin nicht im Training. Es ist jedenfalls eine interessante Erfahrung, wie in einer Sekunde der gesamte Wärmeüberschuß aus dem Körper gezogen wird. Danach sitzt man noch etwas im Freien, beobachtet den Dampf, der diejenigen umhüllt, die gerade nach draußen kommen, darf beruhigt feststellen, daß die anderen auch nicht mehr als ein paar Züge machen und keinesfalls stundenlang planschen, man betrachtet zwischen den Bäumen die drei Kugellaternen, die drei Monde nachahmen, und sieht auf den See, dessen Wasser im Dunkeln dort, wo man badet, von unten beleuchtet wird.













Gratuliere dir herzlich zum Eislochbaden, fast! Jetzt kannst du eine schöne (hoffentlich) Erinnerung an Finnland mitnehmen. Ich schwimme fast jeden Tag durch das ganze Jahr, Eislochbaden gibt wunderbare Energie. Im Winter liegt die Wassertemperatur um 1-2 Grad, es fühlt sich doch einiges kälter als im Moment.
Vielen Dank für deine interessanten Texte und schönen Aufenthalt noch bei uns.
Gruss
Riitta L.