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    <title>Amazonas – Music theatre in three parts - Blog - Goethe-Institut</title>
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        <title>RSS: Amazonas – Music theatre in three parts - Blog - Goethe-Institut - </title>
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<item rdf:about="http://blog.goethe.de/amazonas/archives/80-guid.html">
    <title>Klimarettung in Sao Paulo, Teil 7: Letzte Folge des Reiseblogs!</title>
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    <description>
    &lt;strong&gt;Zum dicken Deutschen Teil 1&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Freunde Toffo und Cledson wollen unbedingt, dass ich ein echtes deutsches Restaurant in Brasilien ausprobiere, um ihnen zu sagen ob es „authentisch“ ist. Wie viele „Paulistas“ (Bewohner von Sao Paulo) sind sie von Essen besessen. „Wir haben keine tollen Strände wie in Rio, und das Wetter ist auch schlechter, daher kümmern wir uns mehr um die guten Dinge des Lebens“ sagt Toffo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir entscheiden uns für „Jucalemao“, eine Restaurantkette, die mit einem seltsam beschnurrbarteten Cartoonmännchen in Lederhosen für sich wirbt. Das Restaurant ist eingerichtet wie man sich in Brasilien eine deutsche Kneipe vorstellet: Holzstühle mit Herzchen, karierte Tischdeckchen und an jeder Wand große Bilder aus dem Reisebüro: Heidelberg, Köln, München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:144 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;450&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/amazonas/uploads/juca-lemao.jpg&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Menü bietet „deutsche Spezialitäten“, aber auch brasilianische Küche. Auf der Karte sind so typisch deutsche Gerichte wie Paprikaschnitzel mit Knödeln und Eisbein mit Nudeln zu finden. Ich bestelle eine Art Elsässer Wurstplatte für uns drei, das ist wohl noch das am wenigsten Heikle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wirt ist so begeistert über den Besuch eines Deutschen in seinem Restaurant, dass er mir einen kleinen Bierkrug schenkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später gehen wir im Stadtpark spazieren. Dieser besteht aus einer Art Sicherheitsgürtel mit Gewächshäusern, dann arbeitet man sich in ein überfülltes Zentrum vor, dessen Höhepunkt ein See bilden soll. Dieser entpuppt sich als braune Kloake, in der ein paar traurige schwarze Schwäne schwimmen. „Die Luft hier ist die schlechteste in Sao Paulo“ sagt Toffo. Kein Wunder – der Stadtpark ist umgeben von den meist befahrensten Schnellstrassen der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Alle Lieben Lena&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Kostümassistentin heißt Lena und ist ein pralles Mädel mit barocken Formen, das ein gewisses Sexappeal ausstrahlt. Dies liegt vor allem an ihrer ostentativ zur Schau gestellten schlechten Laune – meistens sitzt sie auf dem Sofa hinter der Bühne und liest erotische Romane, nur ungern und unter Klagen rafft sie sich dazu auf, uns in unsere Kostüme zu helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich sind viele junge Männer der Produktion sehr daran interessiert, Lena zu unseren diversen nächtlichen Besäufnissen mitzunehmen, was leichter gelingt als erst anzunehmen war. Lena spricht nämlich sehr gut Englisch, was die Kommunikation mit ihr deutlich vereinfacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:145 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;450&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/amazonas/uploads/lena.jpg&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
„Welcher von den Typen bei euch ist denn der Beste?“ fragt sie Mafalda vertraulich auf portugiesisch. Mafalda schweigt diplomatisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 6 Uhr morgens sitzt ein schwindendes Häuflein von Lena-Verehrern auf dem Dach des Hotels „Golden Tower“. Die ersten Gäste sind schon auf und betreiben – für uns Nachtdurchsäufer unerträglich – Frühsport im angrenzenden Fitnessraum. Lena hat den ganzen Abend mit einer Freundin irgendwo in Sao Paulo per Handy kommuniziert, jetzt herrscht schon längere Zeit Funkstille. Wir fragen sie warum. „Ach, die f**** gerade bestimmt irgendeinen Typen“ sagt Lena.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas später, die Sonne ist schon längst aufgegangen, knallt es plötzlich, in regelmäßigen Abständen. Wir wundern uns, weil es wie Schüsse klingt. „Nein, keine Schüsse“, sagt Lena, „die klingen anders, halliger, nicht so trocken“. Wir fragen sie, woher sie das so genau weiß. „Das war Feuerwerk: 6x heißt, die Polizei ist da und 8x heißt, dass die Drogenlieferung in der Favela eingetroffen ist“. Wir sind erstaunt ob dieser Sachkenntnis. „Ich war mal mit einem Drogenboss zusammen“ sagt Lena trocken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie nimmt einen weiteren Zug aus ihrer Zigarette. Die Schar ihrer Verehrer ist sehr klein geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Derniere&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Theater ist es üblich, bei Dernieren kleine Scherze in die letzte Aufführung einer Produktion einzubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies sind die Premierenscherze des Amazonasprojektes (Eine Auswahl):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-         Ich benutze den kleinen Bierkrug aus dem Jucalemao-Restaurant bei der Szene, wo Christian Kesten und ich Mafaldas Kopf von beiden Seiten streicheln müssen. Nun muss sie einen Schluck aus dem kleinen Krug nehmen und gleich wieder ausspucken, gleichzeitig sorgt das in Sao Paulo wohl bekannte Restaurantlogo auf dem Winzkrug für große Erheiterung beim Publikum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-         Das ZKM-Team hat Phil Mintons Markierungen auf der „Treppe“ dergestalt verändert, dass er sich im Dunkeln rein theoretisch in eine Möbiusschleife begeben müsste, wenn er seine Position sucht. Leider gelingt dies nur partiell, aber lustige Verwirrung gibt es auf jeden Fall&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-         Ich experimentiere mit der Rolle des Schamanen – immerhin ist es vielleicht das letzte Mal, dass ich diesen grandiosen und theaterhistorischen Part spielen darf. Zum Trommelanfang werden noch Schreie und Gesänge hinzugefügt und Jochen Strodthoff als Politiker wird mit weißen Socken beworfen („wir wollen eure alten Socken nicht, wir sind unverkäuflich!“). Schließlich und endlich gelingt es mir, den Schlusschor darauf einzustimmen, die sonst von mir alleine gesungene und seltsam im Raume stehende Silbe „stroyed“ (Schluß von „Destroyed“, was sich natürlich im Text von Peter Weibel auf den „Rain Forest“ bezieht) mit gereckter Faust gemeinsam zu schreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-         Unser lieber Lichtkünstler Manuel hat eine Plastikspinne an Mafaldas weißem Schirm befestigt, leider vertauschen wir die Schirme beim Umziehen ausversehen, sodass die Spinne bei mir landet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach großer, tränenreicher Abschied. Vielleicht geht die Produktion nach Manaus, um die Leute dort aufzurütteln, vielleicht auch nicht. Vielleicht darf ich nächstes Jahr von dort berichten, vielleicht auch nicht. Wir versumpfen die Nacht in einer lustigen Bar, die unter einem Antiquitätenladen quasi illegal versteckt ist. Christiane Riedel meint, dass die Sache mit „stroyed!“ bei der nächsten Aufführung des ZKM-Teils auf jeden Fall permanent eingebaut werden sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Zum dicken Deutschen Teil 2&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Flughafen von Sao Paulo zeichnet sich ausgerechnet der internationale Abflugbereich durch Abwesenheit von sowohl einer Auswahl an Lokalen wie auch Geschäften aus. Nebenan, bei den Inlandflügen, gibt es alles, was das Herz begehrt, Souvenirs, frisch gezapftes Bier, Bücher, Spielzeug. Ein nicht ganz überzeugendes Geschäftsmodell, wie uns scheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der tapferen Schar der wenigen Münchenheimkehrer (die anderen zieht es weiter ins Landesinnere von Brasilien oder nach Berlin, London oder Zürich) landen wir wieder in einem „echt deutschen Restaurant“, in dem es folgende bizarre Speisen zu essen gibt: „echte“ Frankfurter Würstchen (in Wirklichkeit eine einzelne rote Bratwurst) – “Der Deutsche trinkt dazu gerne Weizenbier” verrät die Karte – schleimige Fleischkroketten („ein typisch deutscher Snack“ verspricht das Menü) die man eher in einem holländischen Selbstbedienungslokal („Febo“) oder am Frühstücksbüffet eines Hotels in Minsk vermuten würde. Pommes Frites in einem kleinen Pappschälchen, die den Preis von gut 8 Euro pro Portion wie ein Hohn erscheinen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 600px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:146 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;450&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/amazonas/uploads/cervelatwurst.jpg&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Ein typisch deutsches Gericht: Salat aus Cervelatwurst garniert mit kleingeschnittenen Weißbrotstückchen&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 600px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:147 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;450&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/amazonas/uploads/apfelkuchen.jpg&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Ein typisch deutscher Apfelkuchen mit &quot;Sahne&quot;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
Doch wir sind glücklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glücklich, nach Hause zu kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glücklich, den Regenwald gerettet zu haben. Oder zumindest einen Teil davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Euer “dicker Deutscher”, Moritz Eggert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Von Moritz Eggert, 27.07.2010)&lt;br /&gt;
Mit freundlicher Genehmigung der &lt;a href=&quot;http://www.nmz.de/ &quot; target=_blank&gt;nmz – neue musikzeitung&lt;/a&gt; 
    </description>

    <dc:publisher>Amazonas – Music theatre in three parts - Blog - Goethe-Institut</dc:publisher>
    <dc:creator>nospam@example.com (Moritz Eggert)</dc:creator>
    <dc:subject>
    Moritz Eggert's Bad Blog Of Musick, </dc:subject>
    <dc:date>2011-02-08T12:50:00Z</dc:date>
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</item>
<item rdf:about="http://blog.goethe.de/amazonas/archives/79-guid.html">
    <title>Klimarettung in Sao Paulo Teil 6: Wir müssen den Strand bewahren, denn er bewahrt auch uns</title>
    <link>http://blog.goethe.de/amazonas/archives/79-Klimarettung-in-Sao-Paulo-Teil-6-Wir-muessen-den-Strand-bewahren,-denn-er-bewahrt-auch-uns.html</link>
    <description>
    Jetzt muss man schon differenzieren: Neueste Recherchen bei Brasilianern haben ergeben, dass das Applausverhalten sich hier doch sehr von dem in Europa unterscheidet. Der durchschnittliche Brasilianer besucht zum Beispiel gleich mehrere Kulturveranstaltungen pro Abend, daher klatscht er nie lang, denn er muss ja noch woandershin. Auch die Standing Ovation ist hier häufig verbreitet – man steht möglichst gleich nach Ende eines Stückes auf, um den Künstlern die nötige Reverenz zu erweisen. Dies will man dann aber auch schnell hinter sich bringen. Buhrufe gibt es nie, egal wie gräßlich etwas ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies soll den Erfolg des Amazonas-Abends jetzt nicht nachträglich schmälern – dass das Publikum einheitlich sofort für die Standing Ovation aufsteht ist selten, ebenso, dass es auch wirklich alle im Publikum tun. Zusätzlich gibt es jeden Abend für uns auch deutliche Bravo-und Begeisterungsrufe, was hier überhaupt nicht üblich ist. Also immer noch ein Erfolg!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:143 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;367&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/amazonas/uploads/copa-cabana.jpg&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gestern haben wir von der ganzen Metropole genug gehabt, und es gab das dringende Bedürfnis, an einen lauschigen Strand zu fahren, um dort etwas zu entspannen. Unsere liebe Sängerin Katia Guedes organisiert als Brasilianierin einen Bus, der uns außerhalb der Stadt bringen soll. Dies gestaltet sich erst einmal nicht so einfach, denn Sao Paulo ist die Stadt des ständigen Doppelstaus – in beide Richtungen, egal zu welcher Uhrzeit (außer zwischen 5 und 6 Uhr morgens, wo kurzfristig etwas Ruhe einkehrt). Stundenlang fahren wir durch bizarre Landschaften: erst häßliche Vororte, dann eine Art Industriegebiet das aussieht wie in Tarkowskijs “Stalker”, schließlich werden wir aus uns unerfindlichen Gründen in einen Konvoy aus Großlastern aufgenommen, der uns mehrere Kilometer in seiner Mitte gefangen hält, bis uns die Abgase fast erstickt haben. Schließlich kommen wir in einer Art Brighton an, eine häßliche Hotelburg am Atlantik, aber auch dieses ist noch nicht unser Ziel. Ganz plötzlich verschwinden die Hochhäuser und wir fahren durch angenehm dampfenden Dschungel, der immer wieder den Blick auf malerische Wasserfälle freigibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Katia erzählt uns, dass wir die Wahl zwischen drei Stränden haben – wir entscheiden uns natürlich für den schönsten. Es gibt nur ein Problem: Um zum Strand zu gelangen, muss man Privatgelände betreten. In Brasilien ist es verboten, Strand zu besitzen (der gehört immer der Regierung), aber man kann natürlich das an den Strand angrenzende Land besitzen. Gerne würde man dieses abriegeln, um seine Ruhe zu haben, aber es ist per Gesetz verboten, Menschen den Zugang zum Strand zu verweigern. Meistens schließen sich daher mehrere Hausbesitzer zusammen und engagieren eine Art Sicherheitstruppe, die potentiellen Besuchern den Zutritt zum Strand so unangenehm wie möglich macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So werden wir von einer Art Soldatentrupp empfangen, der uns zuerst einmal nicht erlaubt, mit dem VW-Bus die 4 Kilometer lange Straße zum Strand herunterzufahren. Als wir frustriert aussteigen um uns zu Fuß auf den Weg zu machen, erlaubt man es aber überraschend doch. Anscheinend ist die Vorstellung von 14 Europäern, die durch die Privatstrassen an den Häusern von Millionären vorbeimarschieren, zu unerträglich. Der Wagen darf uns aber nur zum Strand bringen, muss dann sofort zurückkehren und uns zu einem fest vereinbarten Zeitpunkt wieder abholen. Der Fahrer muss ein kompliziertes Formular ausfüllen und sein Ausweis wird kopiert. Ebenso muss eine komplette Passagierliste abgegeben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zugang zum Strand wird streng bewacht, wir dürfen aber passieren. Auch am Strand patrouillieren Sicherheitskräfte. Der von Katia angekündigte schöne Wasserfall ist tatsächlich sehr schön, leider darf man sich ihm aber nicht nähern – mehrere Verbotsschilder und eine Barriere verhindern dies. Der Strand selber ist sauber, ebenso das Wasser. Wir genießen die “winterlichen” Temperaturen, die in etwa einem heißen Sommertag an der Nordsee gleichen (In Brasilien ist Winter, wenn bei uns Sommer ist) und angenehme Wellen. Allerdings dürfen wir uns nicht ZU wohl fühlen. Jedesmal wenn wir lachen oder uns irgendwie zu sehr freuen, kommt ein Sicherheitsmann vorbei und schaut streng.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Katia hat uns schon darauf hingewiesen, dass das Umziehen am Strand in Brasilien streng verboten ist. Hier herrscht eine seltsame Doppelmoral: Einerseits darf man an der Copa Cabana als Frau quasi nackt in “Arschseide” gekleidet flanieren, sich aber keineswegs am Strand umziehen, das wäre ja unmoralisch. Einer von uns versucht es doch: heimlich wechselt er unglaubich dezent im Sitzen versteckt unter einem Handtuch seine Badehose. Sofort erschallt ein schriller Pfiff: Die Strandpolizei ist im Einsatz! Die brasilianischen Tugenden “Ordem ed Progresso” (Ordnung und Fortschritt) müssen geschützt weden! Wir werden gezwungen, unsere Umziehaktionen vor einer winzigen Strandtoilette durchzuführen. Diese befindet sich direkt neben einer Strandbar (deren Zugang uns verboten ist), in der mehrere ältere Damen direkt neben uns einen Aperitif zu sich nehmen. Sie schauen uns mißbilligend an, da wir quasi vor ihrer Nase unsere Handtuchtänze vollführen.&lt;br /&gt;
Na ja, am quasi leeren Strand hätten wir bestimmt jemanden gestört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wir nach langer Fahrt wieder am Hotel ankommen (wir fuhren 6 Stunden, um 2 Stunden am Strand zu verbringen) sind wir fast glücklich. Irgendwie hatte uns Deutschland ja schon ein bißchen gefehlt, aber jetzt wissen wir: hier ist es fast wie zuhause!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moritz Eggert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Von Moritz Eggert, 24.07.2010)&lt;br /&gt;
Mit freundlicher Genehmigung der &lt;a href=&quot;http://www.nmz.de/ &quot; target=_blank&gt;nmz – neue musikzeitung&lt;/a&gt; 
    </description>

    <dc:publisher>Amazonas – Music theatre in three parts - Blog - Goethe-Institut</dc:publisher>
    <dc:creator>nospam@example.com (Moritz Eggert)</dc:creator>
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    Moritz Eggert's Bad Blog Of Musick, </dc:subject>
    <dc:date>2011-02-05T12:48:00Z</dc:date>
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<item rdf:about="http://blog.goethe.de/amazonas/archives/78-guid.html">
    <title>Klimarettung in Sao Paulo Teil 5: Der Prophet im fremden Land</title>
    <link>http://blog.goethe.de/amazonas/archives/78-Klimarettung-in-Sao-Paulo-Teil-5-Der-Prophet-im-fremden-Land.html</link>
    <description>
    Ok, es ist jetzt also offiziell.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutschen Kritiker des Amazonasprojektes stehen da wie begossene Pudel, denn 190 Millionen Brasilianer und 200 Millionen Rinder können geschmacklich nicht irren. Oder doch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beginnen wir mit den Tatsachen: der Amazonas – Abend mit den drei Opern von Klaus Schedl, Tato Taborda und Ludger Brümmer ist hier ein großer Erfolg. Kein Wort in der Presse von verschwendeten Geldern, kein Wort von mißlungener Ästhetik, kein Wort von “zu viele Köche verderben den Brei”. Stattdessen ziemlich einhellige Begeisterung für das Projekt als Ganzes. Hierbei ist zu bedenken, dass auch brasilianische Gelder in diesem Projekt stecken, aber das wird hier durchweg positiv bewertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Publikum bleibt gesammelt die kompletten 4 Stunden des Abends da und lauscht hochaufmerksam. Am Ende des Abends erheben sich hunderte von Menschen und geben uns Standing Ovations, was einerseits dem ZKM-Teil aber auch dem Abend als Ganzes gilt. In der Presse spricht man davon, wie wichtig der Abend sei, dass er ein absolutes Muss ist, dass ihn jeder Mensch in Sao Paulo sehen sollte. Die Organisatoren des SESC (eine Art ehemaliger staatlicher Arbeiterwohlfahrtsorganisation, die sich inzwischen zur nationalen Kulturorganisation entwickelt hat) sind begeistert, und wollen in Zukunft nur noch “schwierige, komplizierte Opern” produzieren, weil ihnen diese Kunstform so gut gefällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt wird der Abend tatsächlich komplett diametral zur deutschen Rezeption wahrgenommen. Das heißt, dass das Publikum am meisten mit dem im deutschen Feuilleton eher gelobten ersten Teil von Klaus Schedl Probleme hat. Man liebt den zweiten Teil von Tato Taborda, obwohl dieser auf die Menschen hier eigentlich so wirken müsste, als ob Amerikaner in München eine Simulation der Alpenwelt aufführten. Gänzlich begeistert sind die Brasilianier schließlich vom ZKM-Teil. Die Technik beeindruckt, die Musik gefällt, und man ist ob der Absicht, vor allem Inhalte mit klaren Emotionen zu zeigen, hellauf begeistert.&lt;br /&gt;
Kurzum: gegensätzlicher könnte das europäische und das südamerikanische Publikum nicht sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorsicht – manch ein Leser dieser Zeilen mag sich denken: “Ach, die sind halt ästhetisch noch nicht so weit wie wir und können Kunst nicht so gut beurteilen”, aber das ist dann tatsächliche europäische Kulturarroganz. Brasilien mag weit weg von Europa sein, aber es ist keineswegs ein zurückgebliebenes sondern äußerst modernes Land mit einer lebendigen und modernen Kunstszene. Unser Publikum hier in Sao Paulo ist weder dumpf noch borniert, tatsächlich handelt es sich um ein ganz ähnliches Publikum wie in München, das heißt es sind auch Kunstliebhaber und Kenner, vielleicht mehr davon als “normales” Publikum, genau wie in München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich heißt das jetzt weder, dass die Brasilianer recht noch dass die Deutschen unrecht haben. Aber es ist dennoch sehr interessant, diese andere Sichtweise zu erleben, gerade uns Deutschen, die wir immer gerne etwas selbstzufrieden im eigenen Kultursäftchen köcheln, tut das ganz gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt schon einige konkrete Dinge, an denen diese unterschiedliche Rezeption festzumachen ist. Englisch wird hier zum Beispiel von kaum jemandem gesprochen, daher wirken große Teile von Klaus Schedls und Roland Quitts Stück (komplett in altertümlichen und keineswegs leichtem Englisch) auf die meisten hier wie ein Buch mit sieben Siegeln. Tato Taborda wiederum erlebt hier als bekannter brasilianischer Komponist eine Art Heimspiel. Und der ZKM-Teil wird durch die Live-Übersetzung des Konferenzteils sehr verändert -zum Beispiel wird die fehlende Personenregie hier nicht so deutlich und man konzentriert sich eher auf die Inhalte. Und diese kommen den Brasilianern keineswegs belehrend oder überflüssig vor – in Brasilien wird zum Beispiel Brecht äußerst geliebt und auch ganz authentisch “episch” inszeniert, das heißt Inhalte kommen vor Ästhetik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutschland ist auch in Brasilien beliebt – was zuerst einmal an den vielen deutschen Einwanderern von früher liegt, die kulturelle Spuren hinterlassen haben, aber auch an deutschen Autos und einem generellen Interesse an deutscher Kultur. Wenn Deutsche hier also an einem solchen Pojekt beteiligt sind, wird dies nicht als aufdringlich oder herablassend empfunden, ganz im Gegenteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All diese Dinge mögen Teilaspekte einer veränderten Bewertung des Projektes sein. Wichtig für uns ist also einfach zu erkennen, dass sich Wahrheit in der Kunst nicht allein nach der vorherrschenden Mode einer landesspezifischen Ästhetik richtet (wir kennen meist nur unsere eigene), sondern dass sie sich aus mehreren Wahrheiten zusammensetzt. Die brasilianische Sichtweise ist hier sicherlich nicht die einzig richtige (und natürlich ist sie wie überall nicht einheitlich, sondern individuell ausdifferenziert), aber sie ist ein genauso gleichwertiger Teil der Wahrheit wie die deutsche Sichtweise. Und das mag vor allem bei einem Stück zu denken geben, das sich mit einem akut brasilianischen Thema auseindersetzt, also hier in Brasilien noch wesentlich aktueller ist als in Europa. Kann man den Brasilianern dann also tatsächlich Naivität und Dummheit vorwerfen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider sind die beiden Personen, die sich am meisten über diesen Erfolg freuen würden, Peter Weibel und Peter Ruzicka, aus Krankheitsgründen verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moritz Eggert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 600px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:142 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;450&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/amazonas/uploads/scheidl.jpg&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Michael Scheidl (Regisseur von TILT und FALL OF THE SKY) liest den Bad Blog of Musick frisch aus dem Netz&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Von Moritz Eggert, 24.07.2010)&lt;br /&gt;
Mit freundlicher Genehmigung der &lt;a href=&quot;http://www.nmz.de/ &quot; target=_blank&gt;nmz – neue musikzeitung&lt;/a&gt; 
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    <dc:publisher>Amazonas – Music theatre in three parts - Blog - Goethe-Institut</dc:publisher>
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<item rdf:about="http://blog.goethe.de/amazonas/archives/77-guid.html">
    <title>Klimarettung in Sao Paulo Teil 4: Andere Länder, Andere Sitten</title>
    <link>http://blog.goethe.de/amazonas/archives/77-Klimarettung-in-Sao-Paulo-Teil-4-Andere-Laender,-Andere-Sitten.html</link>
    <description>
    &lt;!-- s9ymdb:141 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/amazonas/uploads/Feijoada.jpg&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Leibgericht aller Brasilianer ist Feijoada, eine Art Bohneneintopf in den so ziemlich alles reingeschnetzelt wird, was 4 Beine hat. Natürlich vor allem diverse Teile vom Rind, dem Lieblingsspeisetier hier. Mit Christiane Riedel vom ZKM und Joachim Bernauer vom Goethe-Institut sitze ich in einem kleinen Restaurant und verspeise dieses köstliche Gericht, während unablässig laute Autos vorbeibrausen. Wir besprechen den gestrigen Abend, der doch leicht überraschend verlief:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Brasilien sind Generalproben wie Aufführungen – es gibt nicht den geringsten Unterschied. Der Saal ist komplett ausverkauft und die Brasilianer kommen in Scharen. Zwischendrin gibt es mehrere kleine Büffets und das Fernsehen interviewt verschiedene Verantwortliche. Der Soziologe Laymert Garcia dos Santos hält einen spannenden Vortrag über Schamanismus in der modernen Welt, während wir hinter den Kulissen in der Maske sitzen und Soundchecks machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufführung des ersten Teils (TILT von Klaus Schedl) verläuft gut mit den üblichen Generalprobenpannen: plötzlich sind Orchester und Band verschoben, der Click fällt aus und die Bühne spaltet sich, da ich beim Herumspringen bei einer Death-Metal-Stelle die Bühnenteile verchoben habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Publikum klatscht freundlich, einige stehen sogar auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Teil (Tato Tabordas Teil) läuft ebenfalls gut – das Publikum macht sich in der Inszenierung von Michael Scheidl auf, ein tolles Bühnenbild zu erforschen und sich in die Erfahrungswelt der Yanomami zu begeben. Dazu paffen Christian Zehnder und Phil Minton Zigarren, am Schluss wird es hell und alle kommen in der Mitte zusammen. Großer, enthusiastischer Applaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sind wir natürlich alle gespannt, wie der ZKM-Teil in Brasilien ankommen wird. Es ist kein Geheimnis, dass dieser Teil der von den deutschen Kritikern der Meistgescholtenste war. Fast einstimmig wurde er als “zu naiv” verdammt, die Inszenierung mit einer Volkshochschulveranstaltung verglichen. Das ZKM-Team, das hier viel Arbeit hineingesteckt hat, mußte hier manche Schelte tapfer aushalten, vor allem bei der letzten Münchener Aufführung, bei der nach der Abwanderung der Hälfte des Publikums während der Auführung alle Beteiligten vom Publikum mit Rufen wie “Verlogene Scheisse!”, “Ihr Arschlöcher”, “Fickt Euch” und – unvergessener Spruch – “Zwei Millionen Euro für Scheisse!” bedacht wurden, ohne dass es überhaupt Applaus gab. Leicht betreten löffelte man danach Yanomami-Suppe bei der Dernierenfeier – denn tatsächlich war dies unsere beste Aufführung gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Sao Paulo nun läuft der ZKM-Teil bis auf die Simultanübersetzung quasi unverändert von München wie gewohnt ab: Zuerst gibt es eine ca. 15-minütige reine Lightshow auf der Lichttreppe, dann beginnt die Amazonaskonferenz unter Einsatz des Reactable-artigen Tisches, dann werden wir zum Chor und singen den von Ludger Brümmer vertonten Peter Weibel-Text…. “they are all silent witnesses to civilisations that disappaered – is the mysterious Amazon the next ruin?”. Danach kommen wir mit unseren weißen Lichtschirmen nach vorne, darauf werden die Köpfe des Publikums projiziert, die dann auf portugiesisch betroffen “Der Marktnihilismus ist der wahre Terrorismus” murmeln.&lt;br /&gt;
Das Stück ist zu Ende – wir ducken unsere Köpfe in Erwartung der Buhstürme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stattdessen: Applaus.&lt;br /&gt;
Wir lassen die Lihtschirme ungläubig sinken. Das Publikum klatscht einhellig. Dann steht jemand auf. Dann steht jemand zweites auf.&lt;br /&gt;
Nach und nach erhebt sich das gesamte Publikum bis alle stehen und uns eine standing Ovation schenken. Nicht nur für das ZKM, sondern für den ganzen Abend, aber AUCH fürs ZKM.&lt;br /&gt;
Das ZKM-Team ist gerührt, wir sind es auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Länder, Andere Sitten. Wird es morgen bei der Premiere auch so sein? Man darf gespannt sein…&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moritz Eggert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Von Moritz Eggert, 21.07.2010)&lt;br /&gt;
Mit freundlicher Genehmigung der &lt;a href=&quot;http://www.nmz.de/ &quot; target=_blank&gt;nmz – neue musikzeitung&lt;/a&gt; 
    </description>

    <dc:publisher>Amazonas – Music theatre in three parts - Blog - Goethe-Institut</dc:publisher>
    <dc:creator>nospam@example.com (Moritz Eggert)</dc:creator>
    <dc:subject>
    Moritz Eggert's Bad Blog Of Musick, </dc:subject>
    <dc:date>2011-02-03T09:46:00Z</dc:date>
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</item>
<item rdf:about="http://blog.goethe.de/amazonas/archives/76-guid.html">
    <title>Klimarettung in Sao Paulo Teil 2: Wir haben keine Chance</title>
    <link>http://blog.goethe.de/amazonas/archives/76-Klimarettung-in-Sao-Paulo-Teil-2-Wir-haben-keine-Chance.html</link>
    <description>
    Einer der Gründe für mich beim “Amazonas”-Projekt mitzumachen war, meinen langjährigen Emailfreund Claudio Toffoli (kurz Toffo) endlich einmal “in the flesh” kennenzulernen, denn er lebt und arbeitet hier in Sao Paulo. Seit 8 Jahren tauschen wir regelmäßig Gedanken über Musik aus – Toffo ist ein profunder Kenner brasilianischer Musik, von Brega (dem brasilianischen Wort für “Schlager” – hier sehr abfällig gebraucht) bis zu klassischer Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Toffo ist ein typischer “Aussteiger” in Sachen Neuer Musik. Er studierte am damals noch unabhängigen Konservatorium in Sao Paulo (jetzt Teil der Universität) Komposition und Klavier, war aber schnell abgeschreckt durch die harsche serielle Lehre, die damals in Sao Paulo vorherrschte. Seine Vorliebe für Melodik und Humor machten ihn immer mehr zum Außenseiter am Konservatorium (so zumindest stellt es Toffo heute dar) und er entschied sich dann doch für eine Banklehre, denn die Aussichten auf einen Lebensunterhalt als E-Komponist in Brasilien sind nicht gerade rosig (entweder man hat eine Professur oder man schreibt Bregas – dazwischen gibt es nicht viel).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als nun pensionierter Banker widmet sich Toffo seinen Lieblingshobbies: Dem Schreiben von Romanen, dem Komponieren und der Korrespondenz mit seinen zahllosen Freunden. Am wichtigsten ist es ihm, brasilianische Klischees zu durchbrechen. “Weißt Du, Brasilien ist nicht nur Samba und Fußball -so sieht uns die Welt, aber Brasilien ist doch viel mehr!”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit seinem Lebensgefährten Cledson besuchen wir einen Markt in der Nähe meines Hotels. Auf dem Weg fährt ein Auto mit lauter Musik an uns vorbei, die 4 Insassen wippen fröhlich dazu. “Das ist Samba”, sagt Toffo trocken. Auf dem Markt essen wir “Pastel”, eine Art Leib-und Magenspeise der Brasilianer, eine Teigtasche die mit allem möglichen gefüllt wird, zum Beispiel mit Käse, Hackfleisch oder “Caipiri”, das nicht etwas Caipirinha enthält, sondern einfach nur Hühnchen und Hüttenkäse, sehr lecker, und hauptsächlich von der großen japanischen Bevölkerung hergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Direkt am Markt steht das “Pacaembu”, das wichtigste Fußballstadion der Stadt. Es fasst 50.000 Plätze, wenig für eine 12-Millionenstadt, daher muss für die WM 2014 noch ganz schön rangeschafft werden. Ich frage meine Begleiter, ob sie nicht Lust haben, das angrenzende Fußballmuseum mit mir zu besuchen, das man direkt unter die Tribüne ins Stadion hineingebaut hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fußballmuseum ist eine reine Freude – voller Liebe und Leidenschaft zum Thema haben die Kuratoren ein großartiges Panoptikum der brasilianischen Geschichte ausgebreitet. Diese Geschichte besteht natürlich aus Fußball, Fußball, Fußball. Vom ersten großen Star, dem halbdeutschen Spieler &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=JsvbZS8vb4U&quot; target=_blank&gt;Friedenreich&lt;/a&gt;, bis zu den Heroen Socrate und Pelé. Man kann Ronaldinho in 3D zuschauen, wie er Fußballtricks vollführt. Man geht unter die Tribüne, auf die von unten Bilder von Fankurven projiziert werden, mit authentischer Geräuschkulisse. Man erfährt, dass für das meistverkaufte Spiel in Sao Paulo 168.000 Karten verkauft wurden und für das am geringsten verkaufte 55, und natürlich werden alle bisherigen Weltmeisterschaften ausführlich präsentiert, mit allen brasilianischen Toren. Bei soviel Überzeugung für die Sache des brasilianischen Fußballs kann man für die WM 2014 nur konstatieren: Wir haben keine Chance. Wenn unsere Mannen hier in teilweise tropischen wie auch arktischen Temperaturen (Brasilien hat im Sommer alles von 0-40 Grad zu bieten) gegen die Brasilianer antreten müssen, wird ihnen das Herz in die Hose rutschen, so viel ist sicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wir das Museum verlassen, kommen wir an einer Sambakapelle vorbei, die authentisch 6 Trommler, einen Gitarristen und eine Sängerin beschäftigen. Sie sind phantastisch, die Besucher eines nahen Cafés fangen spontan an zu tanzen, alles verwandelt sich sofort in ein Fest. Etwas weiter kommt ein alter Mann tanzend auf mich zu, er will mir Parkplatzkarten verkaufen (bei ihm kosten sie 10 Real, normalerweise 3 Real). Seine Schritte wippen im Takt der Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wir um die nächste Ecke kommen, spielt schon wieder eine Sambakapelle, diesesmal eine ganze Schule, Jugendliche im Alter von 12-18 Jahren, die begeistert nach Vorgabe ihres Lehrers die Trommelstöcke schwingen, dabei die charakteristischen Pausen und 2 gegen 3 – Rhythmen markierend, die den Samba ausmachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
“Weißt Du, Moritz, Brasilien ist nicht nur Samba und Fußball” sagt Toffo mahnend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich nicke pflichtbewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei meiner Rückkehr ins Hotel läuft Musik im Fahrstuhl. Es ist ein Samba.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Von Moritz Eggert, 19.07.2010)&lt;br /&gt;
Mit freundlicher Genehmigung der &lt;a href=&quot;http://www.nmz.de/ &quot; target=_blank&gt;nmz – neue musikzeitung&lt;/a&gt; 
    </description>

    <dc:publisher>Amazonas – Music theatre in three parts - Blog - Goethe-Institut</dc:publisher>
    <dc:creator>nospam@example.com (Moritz Eggert)</dc:creator>
    <dc:subject>
    Moritz Eggert's Bad Blog Of Musick, </dc:subject>
    <dc:date>2011-02-01T09:43:00Z</dc:date>
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</item>
<item rdf:about="http://blog.goethe.de/amazonas/archives/74-guid.html">
    <title>Klimarettung in Sao Paulo Teil 1: Die lange Ankunft (frei nach Raymond Chandler) </title>
    <link>http://blog.goethe.de/amazonas/archives/74-Klimarettung-in-Sao-Paulo-Teil-1-Die-lange-Ankunft-frei-nach-Raymond-Chandler.html</link>
    <description>
    Der Brasilianer an sich ist herzlich, gastfreundlich und liebt Kinder (so steht’s im Reiseführer). Und er liebt es, das Ankommen zu zelebrieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor lauter Ankommen am Flughafen Sao Paulo kommt man gar nicht mehr zu sich: zuerst einmal kommt man aus dem Flugzeug (an) und geht 30 Minuten einen langen Gang entl(an)g. An dessen Ende kommt man dann in der Einreisezone an, dieser Prozess samt Schlangestehen und Überprüfung des Ausweises dauert 1 1/2 Stunden nur aufgelockert durch Unterhaltung mit netten Liedbegleitern aus München, die man alle 10 Minuten wiedersieht, wenn die Schlange wieder den selben Knick macht. Dann kommt man in der Gepäckhalle an, dort hat man das Band aufgrund des langen Wartens auf die Ankommenden/Reisenden schon wieder abgeschaltet und die Gepäckstücke wieder ins Flugzeug zurückverladen, aber man erbarmt sich und lässt sie nach einer halben Stunde Warten dann doch noch mal zurück aufs Band. Nun könnte man dem Irrglauben verfallen, man sei nun endlich in Sao Paulo angekommen, aber nein, denn nun reiht man sich in die sich insgesamt 20 mal durch die Halle windende Schlange vor der Zollkontrolle ein, die nach einer weiteren Stunde Anstehen in einen dunklen Gang mündet. Am Ende dieses Ganges steht der Grund für die lange Schlange: eine einzige (!!!!) Zollbeamtin, die alle tausend Reisenden einzeln durchcheckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber noch immer ist des Ankommens nicht genug – erst einmal müssen wir in den Menschenmassen unseren Guide Rodrigo finden, der sich geschickt abseits und ganz hinten versteckt hält. Dann müssen alle Versprengten eingesammelt werden und man trifft sich vor der Schalterhalle – um dann wiederum eine weitere Stunde auf den Bus zu warten, der natürlich im Morgenstau aufgehalten wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hätte Bunuel einen Film namens „Der diskrete Charme des Ankommens” drehen wollen, er hätte hier genau den richtigen Ort dafür gefunden.&lt;br /&gt;
Ein ganz normaler Tag in Sao Paulo also. Aber warum bin ich eigentlich hier?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geduldige Leser unseres Blogs werden sich an meine Berichte über die Vorbereitungen des aus 3 Opern (von Klaus Schedl, Tato Taborda und Ludger Brümmer/Peter Weibel) bestehenden Amazonas-Projektes in Karlsruhe erinnern, inzwischen waren ja die Aufführungen in München, und nun sind wir also in Sao Paulo. Lissabon – ein weiterer Gastspielort – wurde leider abgesagt, da Portugal sich kurz vorm Staatsbankrott befindet, und man deswegen natürlich unnötigen Kultur-”Ballast” (siehe Patricks letzten Artikel) abwerfen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin also hier mit riesiger Mannschaft, in meinen zwei Rollen als Walter Raleigh (”Tilt” von Klaus Schedl) und singendes Kondom bzw. trommelnder Schamane (”Amazonas-Konferenz” vom ZKM) gemeinsam mit dem besten Ensemble für neue Musik ohne großes „N” in München, piano possibile, dem Team des ZKM, der Biennale, den Komponisten, den Sängern, den Schauspielern, etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sitze ich hier im Hotel und es ist ja noch nicht so wahnsinnig viel passiert, da ja probenfrei ist. Im Flugzeug ist es mir gelungen, die Schlüsse all der Filme anzuschauen, die mir bei meinen letzten Flugreisen durch Landungen entgangen waren (irgendwie läuft ja weltweit im Flugzeug dasselbe). Daher hier meine kurze Filmkritik: „Alice im Wunderland” (Burton): hmmmm….ähhh, muß nicht sein, „Kampf der Titanen”: Arrgh! Scheusslich! Peinlich!, „Invictus” (Eastwood): Feelgood-Movie, ok aber nicht weltbewegend, „Date Night”: ganz schlimme Scheisse, „Valentinstag”: hier sollte man den Mantel des Schweigens über einen der widerlichsten und anbiedernsten Filme der letzten 10 Jahre breiten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber immerhin: In der Süddeutschen lese ich Unglaubliches: Die Abholzung des Regenwaldes ist zurückgegangen! Also waren wir schon erfolgreich mit unserem international mahnenden Projekt, die Mächtigen des Marktnihilismus bzw. Marktkapitalismus haben ein Einsehen gehabt, die Kunst hat wirklich etwas bewirkt! Zumindest bleibt das zu Hoffen….eine Legitimation für die nächsten 20 Biennalen kann hier also direkt abgeleitet werden – Gut so!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bleibt uns also nur noch, das Mahnen auch vor Ort anzubringen, den Brasilianern den amazonischen Schmerz (Sloterdijk) zu zeigen. 5 Aufführungen im SESC Pompeia, 21.-25. Juli. Los geht’s!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moritz Eggert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 300px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:128 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;400&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/amazonas/uploads/20100717_lwenbru.jpg&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Philipp Kolb (piano possibile) bei dem Versuch, unschuldige Regenwaldindianer mit dem zweitschlechtesten Bier Münchens zu missionieren&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 300px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:127 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;400&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/amazonas/uploads/20100717_hotelzimmer.jpg&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Ein vielversprechender Blick aus meinem Hotelfenster auf Sao Paulo, auch gerne „die bezaubernde und charmante Perle Brasiliens“ genannt&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Von Moritz Eggert, 17.07.2010)&lt;br /&gt;
Mit freundlicher Genehmigung der &lt;a href=&quot;http://www.nmz.de/ &quot; target=_blank&gt;nmz – neue musikzeitung&lt;/a&gt; 
    </description>

    <dc:publisher>Amazonas – Music theatre in three parts - Blog - Goethe-Institut</dc:publisher>
    <dc:creator>nospam@example.com (Moritz Eggert)</dc:creator>
    <dc:subject>
    Moritz Eggert's Bad Blog Of Musick, </dc:subject>
    <dc:date>2011-01-31T09:30:00Z</dc:date>
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</item>
<item rdf:about="http://blog.goethe.de/amazonas/archives/73-guid.html">
    <title>Motti in die Mottenkiste? </title>
    <link>http://blog.goethe.de/amazonas/archives/73-Motti-in-die-Mottenkiste.html</link>
    <description>
    Kein Festival, kein Spielplan, kein Programmheft kommt ohne sie aus: Motti! So zuletzt zum Beispiel bei der Münchener Biennale: „Der Blick des Anderen”. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn sich Festivalmacher zusammensetzen, um eine neues Programm zu entwerfen, ist nicht die erste Frage „welche Künstler laden wir ein” sondern „welches Motto/Thema haben wir”. Sicherlich hat jeder schon einmal erlebt, dass eigene Stücke bei Festivals abgelehnt wurden, weil sie einfach nicht so gut zum Thema passten. War das Thema „Musik der Stille”, waren sie wohl nicht still genug. War das Thema „Einsamkeit”, waren sie wohl nicht einsam genug. Natürlich stellt sich die Frage, inwieweit Stücke überhaupt „still” oder „einsam” sein können …&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paradebeispiel Biennale also: „Der Blick des Anderen”. Eigentlich ein sehr schönes Motto. Das Problem damit: jeder stellt sich halt etwas anderes als das „Andere” vor, und ist dann enttäuscht, wenn gerade der Aspekt, den man persönlich am meisten „anders” gefunden hätte, gerade nicht vorkommt. Für viele war es Anlass, der Biennale eben dies vorzuwerfen, sie sei nicht „anders” genug, das moderne Musiktheater drehe sich im Kreis etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manch ein Kritiker agiert dann wie ein spießiger Oberlehrer, der die Deutsch-Hausarbeiten seiner Schüler mit „Thema verfehlt” bezeichnet – Als sei Kunst eine Schulaufgabe, die es „möglichst anständig” zu erfüllen gilt. Insofern wurde die Biennale hier sicherlich oft zu Unrecht diffamiert, denn ein Musiktheaterfestival, das seinen Komponisten bis ins letzte Detail vorschreibt, wie genau sie „anders” sein sollen, wäre eine unerträgliche Vorstellung, eine Perversion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch vor nichts mehr haben die Verantwortlichen Angst: nämlich vor genau diesem Satz „Thema verfehlt”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher sind Programmhefte inzwischen immer manischer zusammengestellte Broschüren, die dem geneigten Leser bzw. Kritiker beweisen sollen, dass man eben gerade NICHT das Thema verfehlt hat und es super ernst genommen hat: in leider typisch deutscher Eilfertigkeit und Unterwürfigkeit wird hier mit Zitaten, Artikeln, Bildern, Querverweisen nur noch um sich geworfen, bis jedes Programmheft selbst zum kleinsten Festival den Umfang einer Doktorarbeit annimmt, und allein die Literaturhinweise mehr Platz einnehmen als die Besetzungen. Wogegen früher ein Programmheft vornehmlich dazu da war, Ort und Zeitpunkt von Veranstaltungen sowie die Programme und deren Mitwirkenden aufzulisten, wird heutzutage meist ein ganzer Mitarbeiterstab damit beschäftigt, riesige Informationskonvolute zu erstellen, die – man muß es mal ehrlich aussprechen – vom Großteil des Publikums überhaupt nicht gelesen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sogenannte Künstlerbiographie, zu Beethovens Zeiten auch eher unüblich, ist quasi schon Pflicht. Es reicht dafür übrigens nicht, eine einzige, stets aktualisierte Künstlerbiographie parat zu haben. Ich selber habe zum Beispiel inzwischen insgesamt 7 verschiedene Biographieversionen auf meinem Rechner, kurze, lange, mittellange, lustige, ernste, alberne, skurrile – je nach Gelegenheit und Anforderung. Hinzu kommt natürlich immer ein „Text zum Stück”, in dem wir Komponisten quasi das „Motto” unseres eigenen Stücks ausbreiten und ebenso ängstlich darauf achten müssen, auf keinen Fall das Falsche zu sagen. Aber das reicht natürlich noch nicht aus: hinzu kommen Interviews a la „Was bedeutete für Sie das Thema XY?” oder „Wie stehen Sie zum Niedergang der Kunstmusik?”, auf jeden Fall irgendetwas Hochtrabendes, denn wir haben ja immer noch nicht genug über das „Thema” geredet. Aber nein: Aus (der wie gesagt begründeten) Angst, der Festivalbesucher könnte das alles gar nicht lesen wollen, werden noch während des Festivals „Symposien” veranstaltet, auf denen man dann gemeinsam das Thema ausdiskutiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtig zufrieden ist man erst, wenn ein Thema wirklich „erschöpfend” behandelt wurde, es seitenlang ausgebreitet und verhandelt wurde, es in endlosen Roundtable-Diskussionen besprochen wurde und Positionen wie auch Gegenpositionen gebührend zu Wort kamen. Am Ende weiß man dann meist gar nichts mehr, man ist so schlau wie vorher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dies ergibt die skurrile Situation, dass der geistige Überbau oft wichtiger wird, als die künstlerischen Resultate selber. Dass der Zuschauer im Programmheft über die Ramifikationen des „Mottos” liest, aber nur, weil er sich gerade in der aktuellen Aufführung eines dem „Motto” gewidmeten Konzertes tödlich langweilt und daher Zeit zum Lesen hat, ist schon ziemlich komisch, aber die Wahrheit. Gar nicht zu sprechen von den vielen Situationen, in denen bestimmte Werke mühsam ein Motto übergestülpt bekommen, damit es irgendwie passt. Wie bei Procrustes fühlt sich das an, wenn Dinge so in ein Themenkorsett gezwungen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast sehnt man sich zurück in die Zeit, als ein Konzert einfach noch ein Konzert war, eine Opernaufführung einfach noch eine Opernaufführung. Aber natürlich sind diese Zeiten vorbei, was auch viel mit unserem Lieblingsthema, der schwierigen „Vermittlung” von Kunst zu tun hat. Motti, einst eine Kampfansage an die Oberflächlichkeit und Dumpfheit bunt zusammengewürfelter Wischi-Waschi-Programme, sind inzwischen selber ihre eigene Zwangskür geworden, die nun auch nicht mehr richtig froh macht. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen – gegen kluge Gedanken und interessante Themen ist ja nun wirklich nichts einzuwenden, und ein tolles Festival mit einem tollen Motto ist nach wie vor vorstellbar. Aber ebenso toll wäre auch einmal wieder ein Festival OHNE Motto, in dem einfach die Qualität des Gezeigten für sich selber spricht, und echte und ungehinderte Vielfalt wieder möglich ist. Der Besuch eines Konzertes soll auch ein Abenteuer sein, nicht die Erfüllung des zu Erwartenden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sind ja schliesslich – gottseidank – nicht alle Kritiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moritz Eggert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Von eggy, 18.05.2010)&lt;br /&gt;
Mit freundlicher Genehmigung der &lt;a href=&quot;http://www.nmz.de/ &quot; target=_blank&gt;nmz – neue musikzeitung&lt;/a&gt; 
    </description>

    <dc:publisher>Amazonas – Music theatre in three parts - Blog - Goethe-Institut</dc:publisher>
    <dc:creator>nospam@example.com (Moritz Eggert)</dc:creator>
    <dc:subject>
    Moritz Eggert's Bad Blog Of Musick, </dc:subject>
    <dc:date>2011-01-25T09:28:00Z</dc:date>
    <wfw:comment>http://blog.goethe.de/amazonas/wfwcomment.php?cid=73</wfw:comment>
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        <wfw:commentRss>http://blog.goethe.de/amazonas/rss.php?version=1.0&amp;type=comments&amp;cid=73</wfw:commentRss>
    
    
</item>
<item rdf:about="http://blog.goethe.de/amazonas/archives/72-guid.html">
    <title>Dürfen Kritiker Komponisten prügeln? </title>
    <link>http://blog.goethe.de/amazonas/archives/72-Duerfen-Kritiker-Komponisten-pruegeln.html</link>
    <description>
    Nun, sie tun es ja oft, zumindest verbal, aber gestern bei der „Amazonas”-Premiere, die querstand (Alexander Strauch) so wortreich in den Kommentaren beschrieben hat, kam es doch zu einer (fast) physischen Realisierung eines solchen Vorhabens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klaus Schedl (Komponist „TILT”) wurde nämlich nach seiner bescheidenen Frage an den Münchener AZ-Kritiker R. B., ob es ihm denn gefallen hätte, dermaßen verbal angegangen, dass er sich zuerst einmal auf die Toilette flüchten musste. Der geifernde Kritiker verfolgte ihn dann allerdings dorthin und setzte seine Attacken fort, woraufhin Schedl sich, der auch nicht gerade auf den Mund gefallen ist, ebenfalls zu Wehr setzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kam wohl zu folgendem, hier wahrscheinlich nicht 100% originalgetreu rekonstruierten Dialog:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Schedl, Du verstehst nichts von Musik! Du schreibst Rockmusik mit Dirigenten! Das ist doch Sch…!”&lt;br /&gt;
„B., das sagt gerade der Richtige, der noch nicht einmal Mezzosoprane von Sopranen unterscheiden kann”&lt;br /&gt;
„Ach du, mit Deinem eitlen Komponistenhemd! Du mit Deinem Hemd!”&lt;br /&gt;
„Pass auf, B., jetzt gehst Du einfach!”&lt;br /&gt;
„Nein, Schedl, ich will nicht!”&lt;br /&gt;
„Ach, Du bist immer noch nicht fort? Geh, B., da ist die Tür!”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies tat B. dann auch, bevor es zu Handgreiflichkeiten kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man nur sagen: „Tilt”! Und sich auf die Kritik in der AZ freuen …&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Komponist lebt man immer gefährlicher heutzutage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moritz Eggert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Von eggy, 09.05.2010)&lt;br /&gt;
Mit freundlicher Genehmigung der &lt;a href=&quot;http://www.nmz.de/ &quot; target=_blank&gt;nmz – neue musikzeitung&lt;/a&gt; 
    </description>

    <dc:publisher>Amazonas – Music theatre in three parts - Blog - Goethe-Institut</dc:publisher>
    <dc:creator>nospam@example.com (Moritz Eggert)</dc:creator>
    <dc:subject>
    Moritz Eggert's Bad Blog Of Musick, </dc:subject>
    <dc:date>2011-01-18T09:22:00Z</dc:date>
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</item>
<item rdf:about="http://blog.goethe.de/amazonas/archives/71-guid.html">
    <title>Abschlussbericht des Patienten E. (Abenteuer im ZKM, 11. und letzter Teil) </title>
    <link>http://blog.goethe.de/amazonas/archives/71-Abschlussbericht-des-Patienten-E.-Abenteuer-im-ZKM,-11.-und-letzter-Teil.html</link>
    <description>
    Einmal muss Sperrstund sein, meine Freunde …  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einmal is aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zumindest die Proben in Karlsruhe. Auch wenn es morgen noch einen halben Tag Abschlussproben gibt, ist es schon jetzt möglich, ein letztes Resümee der Proben in Karlsruhe zu machen, bevor dann Ende April in München die Endproben anstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ZKM-Teil besteht aus drei Teilen: einem Prolog mit Sängern und Bühne, einer „Amazonaskonferenz” mit dem Schamanen, Wissenschaftlerin, Ökonom und Politiker, unterbrochen vom Chor, schließlich ein Schlussteil mit „Zurückwurf” aufs Publikum und einem abschließenden Chor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Großteil der Zeit verbrachten wir mit der Amazonaskonferenz, den Tücken des iphone-Tisches, damit, die Textmassen zu reduzieren. Im Laufe der Proben haben wir diesen Teil ernst, didaktisch, ironisch, verrückt, ausgeflippt, komisch, abartig, versponnen, bieder, spacig und trashig ausprobiert (was das Sprechen des Textes angeht). Bis heute wissen wir nicht, welche Version davon wir in München machen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Musikalisch haben wir erst sehr spät angefangen zu proben, eigentlich erst, als die Sänger der Tato Taborda-Produktion dazu kamen. Dies war sicherlich die schwierigste Probenphase, weil sich Empfindlichkeiten auf allen Seiten, zum Teil auch verursacht durch die sehr späte Verteilung der Noten (was wiederum mit einem sehr spät vorhandenen Text zu tun hatte) gegenseitig hochschaukelten bis kurz zur Aufgabe der Produktion. Verschiedenste Lösungen wurden durchprobiert, weil man feststellen musste, dass die Liverealisierung der Vokalpartitur wegen derer Natur nach nicht klappen würde. Daher wurden die letzten Tage absolut alle musikalischen Teile im Studio aufgenommen (und zwar von jedem Sänger einzeln). Heute haben wir den ersten „zusammengesetzten” Teil gehört, der sicherlich wesentlich näher dem kommt, was sich Ludger Brümmer vorgestellt hat. Inwieweit wir jetzt dazu live singen werden ist unklar, ebenso, was wir im ersten Teil des Stückes eigentlich machen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Teil mit improvisierten Zwischenchören hat schon ganz gut geklappt heute, obwohl es immer noch Unklarheiten über die generelle Ästhetik gibt. Der dritte Teil schliesslich besteht momentan aus einem rhythmischen Heraufklettern auf die Bühnentreppe, dann einem rhythmischen Skandieren der bisher gesungenen Texte (während die gesungenen Texte vom Band kommen) auf Zeichen (Weibel heute: „Ich zähle bis drei, genau auf drei setzen Sie bitte ein!”).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann nehmen wir große weiße Reflektorschirme und halten sie uns vors Gesicht. Darauf werden nun Gesichter von Zuschauern oder auch unsere eigenen projiziert. Die Gesichter wandern nach unten, wir versuchen ebenfalls nach unten zu gehen und die Gesichter weiterhin einzufangen. Dabei skandieren wir dutzende Mal den Schlußsatz des Werkes: „Der Nihilismus des Kapitalismus ist der neue Terrorismus. Der Nihilismus des Kapitalismus ist der neue Terrorismus. Der Nihilismus des Kapitalismus ist der neue Terrorismus..”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann ist das Stück irgendwie aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besondere Momente heute:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Sowohl Tilman Broszat von der Biennale und Peter Weibel entschuldigen sich für die schwierigen Probenbedingungen. Man schenkt uns ein Schachtel Pralinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Peter Weibel bricht beim Besteigen eines Bühnenelements durch den Boden, verletzt sich aber gottseidank nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Ludger Brümmer schaut wieder etwas entspannter, nachdem sein „Chor vom Band” sehr gelobt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hiermit schließe ich diesen Blog fürs Erste, eine Fortsetzung wird es geben, wenn die UA in München naht (8. Mai), dann erzähle ich euch, WAS wir letztlich auf die Bühne gebracht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen großen Dank an das stets freundliche und nette ZKM-Team, allen voran unsere direkten Betreuer Julia Gerlach und Jan Gericke, natürlich auch unsere „Gehülfin”, Julia Gottschalk. An Sebastian vom Ton, und das gesamte Technikteam des Kubus, zu viele Namen, um sie hier aufzuzählen, aber alle eine dufte und nette Truppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und natürlich auch an Ludger Brümmer und Peter Weibel, für ihre Geduld und ihre stets überraschenden Ideen. Vor allem aber auch ein Dank an meine tollen Kollegen, Mafalda, Jochen und Christian, sowie den „Chor” mit Starbesetzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und danke an Alle, die bis hierhin Geduld hatten und mitgelesen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Dank auch an die LBS, bei der ich 2x umsonst gegessen habe, weil mir nicht klar war, dass man die Essensmarke abgeben muss. Heute hab’ ich es aber richtig gemacht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 600px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:126 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;450&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/amazonas/uploads/20100331.jpg&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Leaving the ZKM&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Pressekonferenz nahm mich Peter Ruzicka zur Seite und sagte nur „Halten Sie durch!”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wünsche ich uns Allen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Euer&lt;br /&gt;
Moritz Eggert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier könnt ihr sehen, wie Mafalda ein letztes Mal den Blues of the Regenwald singt, &lt;a href=&quot;http://blogs.nmz.de/badblog/files/2010/03/the-last-movie.MOV &quot; target=_blank&gt;click this text an&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Von eggy, 31.03.2010)&lt;br /&gt;
Mit freundlicher Genehmigung der &lt;a href=&quot;http://www.nmz.de/ &quot; target=_blank&gt;nmz – neue musikzeitung&lt;/a&gt; 
    </description>

    <dc:publisher>Amazonas – Music theatre in three parts - Blog - Goethe-Institut</dc:publisher>
    <dc:creator>nospam@example.com (Moritz Eggert)</dc:creator>
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    Moritz Eggert's Bad Blog Of Musick, </dc:subject>
    <dc:date>2011-01-11T09:12:00Z</dc:date>
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<item rdf:about="http://blog.goethe.de/amazonas/archives/70-guid.html">
    <title>Die zweite Moderne schlägt zurück (Abenteuer im ZKM, Teil 10) </title>
    <link>http://blog.goethe.de/amazonas/archives/70-Die-zweite-Moderne-schlaegt-zurueck-Abenteuer-im-ZKM,-Teil-10.html</link>
    <description>
    Gerne berichte ich euch von unseren weiteren großen musikalischen Fortschritten an diesem schönen Dienstag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ganze begann erst mal mit einem ziemlichen Knaller: Demichelis vertändelt in der ersten Minute leichtsinnig den Ball und fault Rooney ungeschickt. Der fackelt beim folgenden Freistoss (nicht von ihm selber ausgeführt) nicht lange und hämmert das Ding nach schöner abgefälscher Vorgabe, die ihm direkt in den Lauf fliegt, in die linke Ecke, während Demichelis kurz hinter ihm einfach am Boden liegen bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das demoralisiert natürlich. Doch das ZKM bereitet ungeachtet dessen eine riesige Pressekonferenz vor, über die auch die NMZ online berichtet, dabei aber den Namen des Münchener Komponisten Klaus Schedl leider nicht erwähnend, also sei es hier getan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weibel legt erst einmal eine Steilvorlage für Peter Ruzicka hin – es handele sich hier um ein Projekt, dass etwas „völlig Neues” darstellt, und dem „wichtigsten internationel Musikfestival”, der Münchener Biennale, zur Ehre gereichen würde. Ruzicka lässt nicht lange auf sich warten, nimmt Anlauf und definiert erneut die „Zweite Moderne”, die hier vielleicht zum ersten Mal Wirklichkeit wird, nachdem sie ja in Karlsruhe quasi erfunden worden sei!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bayern macht Druck, aber es ist schwer, gegen ein sehr tief stehendes Man U. Doch so schlecht wie Marcel Reif sie macht, spielen sie nicht. Marcel Reif würde den Bayern sogar noch dann zu große Zaghaftigkeit attestieren, wenn sie 10:0 gegen Barca führen würden. Gerade Ribery hat große Momente, ebenso Olic, wogegen Lahm ein bißchen schwächelt. Fast alle Angriffe von Bayern gehen über links, wo die Verteidigung von Man U spürbare Schwächen hat. Doch zuerst einmal rühren die Engländer Beton an, das macht das Durchkommen schwer. Kein Hoffnungsschimmer, vorerst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ludger Brümmer nimmt sich den Ball und bestätigt den Neuheitscharakter der Musik: „Diese Musik ist so neu, dass die Sänger sie gar nicht richtig singen können”. Phil Minton grölt daraufhin zornig, schnappt sich den Ball und es wird noch einmal gefährlich vor dem Bayerntor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch erst ist einmal Halbzeit – man schnappt sich ein Sektglas und bewegt sich gen Medientheater, wo der Schamane (meine Wenigkeit) jetzt dazu aufgerufen ist, seine iphone-Tisch-Performance abzuliefern (was gottseidank auch ganz gut klappt – meine Freunde von der ZKM-Technik sind ebenso erleichtert wie ich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ganze wird dann nochmal für die Kameras von Arte wiederholt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Halbzeit beginnt sehr stark für Bayern – anscheinend hat die Ansprache von van Gaal gewirkt. Deutlich noch mehr Spielkontrolle, Rooney wird erfolgreich durch Badstuber und Demichelis neutralisiert und es gibt auch die eine oder andere attraktive Torszene. Aber immer noch kein Durchkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir finden uns ein zur Schauspielprobe: Schneller muss alles werden, flüssiger, sonst schlafen die Leute bei unserer Darbietung ein. Da müssen wir an uns arbeiten, aber nur einer von uns (Jochen Strodthoff) ist wirklich Schauspieler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottseidank stören uns keine Journalisten bei der Probe – die haben das ZKM schlagartig verlassen, nachdem ihnen einige letzte psychedelische Lichtprojektionen vorgeführt wurden. Aber es sind noch ein paar Schnittchen vom Büffet übrig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann, in der 77. Minute das Wunder: Ribery hämmert den Ball zentral durch die Abwehrmauer von Man U, ausgerechnet Rooney fälscht den Ball ab und befördert ihn an am ansonsten hervorragend haltenden Van Der Sar vorbei ins Tor. 1:1!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Tor ist das Resultat eines konsequenten Anstürmens auf das englische Tor. Doch jetzt kommt Man U wieder. Zum zweiten Mal finden wir uns auf der „Showtreppe” ein, diesmal um den Schlussteil zu proben. Es klappt überhaupt nicht, die Musik ist einfach zu neu für uns. Heinz Friedl gruppiert uns um ein Keyboard herum, wir singen den Schlussteil mehrmals, solange bis es besser wird. Oder auch nicht. Eine endgültige Entscheidung wird morgen getroffen werden. LATTE! Das wär’s noch gewesen, dieser Schuss hätte Bayern den Todesstoss geben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Minuten Nachspielzeit – inzwischen spielt Gomez für Müller. Unglaubliches spielt sich im englischen Strafraum ab. Gomez dringt durch die Mitte vor, wirft sich hin, will die Schwalbe machen, doch wie ein Wunder rollt der Ball direkt danch Olic vor die Füsse. Der spielt ein wunderbares Solo aus, verwirrt gleich zwei englische Verteidiger und auch van der Saar. IN DER ZWEITEN MINUTE DER NACHSPIELZEIT MACHT ER DAS TOR! BAYERN GEWINNT! WAHNSINN!!!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Olic reisst sich das Hemd vom Leib. Der Schiedsrichter zeigt ihm Gelb, Olic gibt ihm lachend die Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er weiß, dass jetzt, in diesem Moment, die zweite Moderne begonnen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch zwei Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moritz Eggert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Van Gaal – schon ein schlauer Hundling!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:124 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;2048&quot; height=&quot;1536&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/amazonas/uploads/20100330.jpg&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Von eggy, 30.03.2010)&lt;br /&gt;
Mit freundlicher Genehmigung der &lt;a href=&quot;http://www.nmz.de/ &quot; target=_blank&gt;nmz – neue musikzeitung&lt;/a&gt; 
    </description>

    <dc:publisher>Amazonas – Music theatre in three parts - Blog - Goethe-Institut</dc:publisher>
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    Moritz Eggert's Bad Blog Of Musick, </dc:subject>
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