Donnerstag, 22. April 2010
4. Eintrag: Yanomami-Runddorf Demini, 22.04.2010
Wie sieht der Unterricht in einer Yanomami-Schule aus? Sind Medienkünstler und Schamanen verwandt? Was passiert eigentlich genau während einer schamanistischen Session? – Jörg Lemmer wagt den Selbstversuch ...
Dieser Beitrag erschien erstmals auf den Seiten von ARTE unter www.arte.tv/amazonien
Montag, 19. April 2010
3. Eintrag: Ankunft in Demini, 19. April 2010
Jörg Lemmer erreicht Demini, das Dorf der Yanomami im brasilianischen Regenwald. Kleine Jungs zielen mit Pfeil und Bogen auf eine Kürbisschale und der Schamane Davi Kopenawa äußert seinen großen Wunsch: dass auch unsere Kinder mit dem Wald in Freundschaft groß werden.
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Freitag, 16. April 2010
2. Eintrag: São Paulo + Manaus, den 16. April 2010
Jörg Lemmer trifft in São Paulo die Medienkünstler Gisela Motta und Leandro Lima, ist zu Gast am brasilianischen Kulturinstitut SESC, unterzieht sich einem Gesundheitscheck und spricht mit dem Philosophen Rüdiger Safranski.
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Donnerstag, 15. April 2010
1. Eintrag: São Paulo, den 15. April 2010
Frankfurt, São Paulo, Boa Vista, Demini – der Filmautor Jörg Lemmer ist auf dem Weg in den brasilianischen Regenwald in das Dorf der Yanomami. Von seiner Reise schickt er täglich ein Clip – zu sehen im Amazonas-Video-Blog.
„Endlich sind wir in São Paulo angekommen.
Trotz Müdigkeit und Jetlag mache ich mich sofort auf den Weg in die Stadt. Ich bin sehr neugierig, was mich hier erwartet. São Paulo ist die größte Stadt Südamerikas, mehr als 20 Millionen Menschen leben hier. Zusammen mit Erika, meiner Stadtführerin, kämpfen wir uns durch das Straßennetz. Sie zeigt mir die interessanten Plätze der Stadt.
Ich möchte wissen, ob wir hier schon Vertreter der Yanomami-Indianer treffen können, um mit ihnen über die Musik und über die virtuellen Bilder zu sprechen. Doch ich bekomme keine Antwort.
Die meisten Einwohner von São Paulo sind europäischer Abstammung: Italiener, Portugiesen, Deutsche. Doch auch viele Afrobrasilianer, Libanesen und Japaner leben hier, meist in eigenen Stadtvierteln. Das Viertel der Deutschen heißt Brooklin Paulista. Indianer sind hier natürlich keine zu finden.
Der riesige Parque do Ibirapuera ist der Central Park der Städter. Hier treffen sich vor allem die Jungen, um rauszukriegen, was wichtig ist. Ich bekomme einen kleinen Eindruck vom tropischen Regenwald, denn alle Pflanzen Brasiliens kommen in diesem Park vor. Weil wir mit dem Auto gnadenlos im Stau hängenbleiben würden, nehmen wir zu unserem nächsten Termin die Metro.
Wir treffen die Organisatoren, die die Amazonasoper in São Paulo aufführen werden. Sérgio Pinto beschreibt, wie der Raum im zweiten Teil aussehen wird: an den Seiten links und rechts sitzen die Zuschauer. In der Mitte ist die Spielfläche in der Form eines Ovals, der Form des yanomamischen Runddorfes.
So kann ich mir die Szenerie schon gut vorstellen.
Die berühmte Fotografin Claudia Andujar hat mich eingeladen und will mir Fotos zeigen, die sie vor 30 Jahren gemacht hat, als sie bei den Yanomami war. Ich bin fasziniert. Wie hat sie es nur geschafft, den Leuten so nah zu kommen?
Ich war so sehr Teil ihres Lebens, sagt Madame Andujar, dass sie mich nicht mehr beachteten. Ich glaube, das war der Moment, in dem ich angefangen habe, sie wirklich zu verstehen, ich meine, ihre Spiritualität, die wie ich glaube die Grundlage ihrer Kultur darstellt. Und das hat es mir ermöglicht, tiefer in meine Arbeit vorzudringen. Ich nenne dieses Foto ‚pechignon’, was soviel heißt wie ‚kleiner Fisch’
Nun fühle ich mich den Yanomami-Indianern schon sehr nahe. Ich werde sie in ihrer eigenen Umgebung im Amazonas-Regenwald treffen, und ich werde mit ihnen über die neue Musik des Amazonas-Projektes sprechen. Denn ich möchte wissen, wie diese Musik und die virtuellen Bilder des Musiktheaters bei ihnen ankommen und von ihnen aufgenommen werden.“
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„Endlich sind wir in São Paulo angekommen.
Trotz Müdigkeit und Jetlag mache ich mich sofort auf den Weg in die Stadt. Ich bin sehr neugierig, was mich hier erwartet. São Paulo ist die größte Stadt Südamerikas, mehr als 20 Millionen Menschen leben hier. Zusammen mit Erika, meiner Stadtführerin, kämpfen wir uns durch das Straßennetz. Sie zeigt mir die interessanten Plätze der Stadt.
Ich möchte wissen, ob wir hier schon Vertreter der Yanomami-Indianer treffen können, um mit ihnen über die Musik und über die virtuellen Bilder zu sprechen. Doch ich bekomme keine Antwort.
Die meisten Einwohner von São Paulo sind europäischer Abstammung: Italiener, Portugiesen, Deutsche. Doch auch viele Afrobrasilianer, Libanesen und Japaner leben hier, meist in eigenen Stadtvierteln. Das Viertel der Deutschen heißt Brooklin Paulista. Indianer sind hier natürlich keine zu finden.
Der riesige Parque do Ibirapuera ist der Central Park der Städter. Hier treffen sich vor allem die Jungen, um rauszukriegen, was wichtig ist. Ich bekomme einen kleinen Eindruck vom tropischen Regenwald, denn alle Pflanzen Brasiliens kommen in diesem Park vor. Weil wir mit dem Auto gnadenlos im Stau hängenbleiben würden, nehmen wir zu unserem nächsten Termin die Metro.
Wir treffen die Organisatoren, die die Amazonasoper in São Paulo aufführen werden. Sérgio Pinto beschreibt, wie der Raum im zweiten Teil aussehen wird: an den Seiten links und rechts sitzen die Zuschauer. In der Mitte ist die Spielfläche in der Form eines Ovals, der Form des yanomamischen Runddorfes.
So kann ich mir die Szenerie schon gut vorstellen.
Die berühmte Fotografin Claudia Andujar hat mich eingeladen und will mir Fotos zeigen, die sie vor 30 Jahren gemacht hat, als sie bei den Yanomami war. Ich bin fasziniert. Wie hat sie es nur geschafft, den Leuten so nah zu kommen?
Ich war so sehr Teil ihres Lebens, sagt Madame Andujar, dass sie mich nicht mehr beachteten. Ich glaube, das war der Moment, in dem ich angefangen habe, sie wirklich zu verstehen, ich meine, ihre Spiritualität, die wie ich glaube die Grundlage ihrer Kultur darstellt. Und das hat es mir ermöglicht, tiefer in meine Arbeit vorzudringen. Ich nenne dieses Foto ‚pechignon’, was soviel heißt wie ‚kleiner Fisch’
Nun fühle ich mich den Yanomami-Indianern schon sehr nahe. Ich werde sie in ihrer eigenen Umgebung im Amazonas-Regenwald treffen, und ich werde mit ihnen über die neue Musik des Amazonas-Projektes sprechen. Denn ich möchte wissen, wie diese Musik und die virtuellen Bilder des Musiktheaters bei ihnen ankommen und von ihnen aufgenommen werden.“
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