Nun, sie tun es ja oft, zumindest verbal, aber gestern bei der „Amazonas”-Premiere, die querstand (Alexander Strauch) so wortreich in den Kommentaren beschrieben hat, kam es doch zu einer (fast) physischen Realisierung eines solchen Vorhabens.
Klaus Schedl (Komponist „TILT”) wurde nämlich nach seiner bescheidenen Frage an den Münchener AZ-Kritiker R. B., ob es ihm denn gefallen hätte, dermaßen verbal angegangen, dass er sich zuerst einmal auf die Toilette flüchten musste. Der geifernde Kritiker verfolgte ihn dann allerdings dorthin und setzte seine Attacken fort, woraufhin Schedl sich, der auch nicht gerade auf den Mund gefallen ist, ebenfalls zu Wehr setzte.
Es kam wohl zu folgendem, hier wahrscheinlich nicht 100% originalgetreu rekonstruierten Dialog:
„Schedl, Du verstehst nichts von Musik! Du schreibst Rockmusik mit Dirigenten! Das ist doch Sch…!”
„B., das sagt gerade der Richtige, der noch nicht einmal Mezzosoprane von Sopranen unterscheiden kann”
„Ach du, mit Deinem eitlen Komponistenhemd! Du mit Deinem Hemd!”
„Pass auf, B., jetzt gehst Du einfach!”
„Nein, Schedl, ich will nicht!”
„Ach, Du bist immer noch nicht fort? Geh, B., da ist die Tür!”
Dies tat B. dann auch, bevor es zu Handgreiflichkeiten kam.
Da kann man nur sagen: „Tilt”! Und sich auf die Kritik in der AZ freuen …
Als Komponist lebt man immer gefährlicher heutzutage.
Moritz Eggert
(Von eggy, 09.05.2010)
Mit freundlicher Genehmigung der nmz – neue musikzeitung
Dienstag, 18. Januar 2011
Dürfen Kritiker Komponisten prügeln?
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