(05:42 Minuten, auf Deutsch)
Für die beiden ersten Teile zweier unterschiedlicher Komponisten hat Nora Scheidl auch zwei unterschiedliche Bühnenbilder entworfen. Sie gehen von zwei eigenständigen visuellen Ansätzen aus und tragen dem Einsatz von Videoprojektionen, die eine große Rolle spielen werden, Rechnung. Ganz neu war für Nora Scheidl, dass sie, als sie mit ihrer Arbeit begann, noch nicht, wie gewohnt, auf einen fertigen Text und eine fertige Musik als Arbeitsgrundlage zurückgreifen konnte. Beim Amazonas-Musiktheater wurden Text, Ton und Bild parallel zueinander entwickelt und beeinflussten sich gegenseitig im Zuge vieler Konzeptionsgespräche. Dass sich diese künstlerischen Gespräche im digitalen Zeitalter via E-Mail und Skype erledigen lassen, ist allerdings, so Nora Scheidl, ein Trugschluss. Wohl können Termine und Organisatorisches digital koordiniert werden. Der künstlerische Austausch jedoch, das hat Nora Scheidl gelernt, ist am besten möglich, wenn man sich ganz ohne digitale Helfer „in persona“ gegenübersitzt. Wie oft haben sich die Österreicherin, der Komponist aus Rio und der Dramaturg aus Mannheim gewünscht, gemeinsam in einem Schiff zu sitzen und den Begriff „Zeitverschiebung“ aus ihrem Wortschatz streichen zu können.
vh

Roland Quitt und Katia Guedes im März 2010 bei den Proben in Lissabon | Foto: Tilo Wagner


