
Moritz Eggert, Mafalda de Lemos, Michael Scheidl und Heinz Friedl bei den Proben in München | Foto: Verena Hütter
In München, am letzten Wochenende im Februar, finden in den Proberäumen der Münchener Biennale Proben für den ersten Teil der Amazonas-Oper statt. Es treffen sich die Sänger Mafalda de Lemos und Moritz Eggert, der Regisseur Michael Scheidl, der Dirigent Heinz Friedl und der Komponist Klaus Schedl.
Klaus Schedl mischt den Ton ab, Heinz Friedl gibt die Einsätze, Michael Scheidl sitzt über seinen Laptop gebeugt und verfolgt die Partitur. Mafalda de Lemos und Moritz Eggert übersetzen die komplizierten Notationen in Gesang – mal in Sprechgesang, mal in einen Melodienteppich, in Geräuschklänge, in rhythmische Wiederholungen eines Wortes.
Geprobt wird das Kapitel im Libretto von Roland Quitt, in dem es um Aufbruch geht, der zwangsläufig Zerstörung mit sich bringen wird. Das „Goldland“ Guaiana ist lokalisiert, die Koordinaten sind exakt bestimmt, sicher ist: Dieses „Large rich and beautiful“, dieses paradiesische und fruchtbare Land wird man sich zu eigen machen. Es fehlen noch einige Argumente, die die Einnahme moralisch begründen, doch dies trübt nicht die Aufbruchsstimmung.
Mundgeräusche – Moritz Eggert
Moritz Eggert ist einer von drei Sängern, die im ersten Teil der Amazonas-Oper gemeinsam den Forscher-Bericht des Amazonas-Fahrers Walter Raleigh interpretieren. Moritz Eggert spricht über die gesangliche Herausforderung seiner Rolle, über die Mengen an Text, die er auswendig lernen muss, und gibt eine kleine Kostprobe.
(01:23 Minuten, auf Deutsch)
Gesang außerhalb des Lehrplans – Mafalda de Lemos
Die Sängerin Mafalda de Lemos schildert die gesanglichen Anforderungen, die die Komposition von Klaus Schedl mit sich bringen. Diese liegen weniger in den Noten, als vielmehr in der Technik. Mit dem, was der Gesangsunterricht lehrt, kommt man kaum weiter.
(00:48 Minuten, auf Deutsch)

Mafalda de Lemos und Moritz Eggert im Februar 2010 bei den Proben in München | Foto: Verena Hütter




