Urban Commons:
Surplus of
Collective Action

Intro

Soziale Praxis in umstrittenen Räumen und Territorien führt zu neuen kollektiven Ausdrucksformen, nicht nur unter den beschränkten Bedingungen der akutellen gesellschaftlich-politischen Krise, sondern auch im Sinne des Wiederaufbaus eines kolletiven Bewusstseins, das den Bedingungen unseres Zusammenlebens Rechnung trägt.

Unser Projekt versteht sich als Thinktank und als kollektive Aktion, das nicht allein der Vorbereitung der Einzelprojekte dient, sondern die Suche nach neuen Formen künstlerischer Arbeit und urbaner Praxis befördert. Zur Zeit vollzieht sich ein tiefgreifender Wandel in den Möglichkeiten und Formen urbaner Praxis, der vor allem die Grenzbereiche von Territorien und Städten im Kontext von Urban Commons betrifft.

TEILNEHMER

Ahmet Öğüt

Ahmet Öğüt

Actopolis-City: İstanbul – Berlin ‒ Diyarbakır

Ahmet Öğüt kam 1981 in Diyarbakır in der Türkei zur Welt. Heute lebt und arbeitet er in Berlin und Amsterdam als Initiator soziokultureller Projekte, Künstler und Vortragsredner, schreibt Artikel über Kunst, Protestkultur, Kollaboration und Autonomie für das e-flux journal und andere Magazine.

Öğüt arbeitet mit einer Vielzahl von Medien und hatte unter anderem in folgenden Museen Einzelausstellungen: „Forward!”, Van Abbemuseum, Eindhoven (2015); „Happy Together: Collaborators Collaborating”, Chisenhale Gallery, London (2015); „Apparatuses of Subversion”, Horst-Janssen-Museum, Oldenburg (2014); „Stacion”, Center for Contemporary Art, Priština (2013); Künstlerhaus Stuttgart (2012); SALT-Institut Beyoglu, Istanbul (2011); „The MATRIX Program”, University of California Berkeley Art Museum (2010); Künstlerhaus Bremen (2009); Kunsthalle Basel (2008). Außerdem hat er an zahlreichen Gruppenausstellungen teilgenommen, darunter die 13. Biennale de Lyon (2015); die 8. Shenzhen Skulpturbiennale (2014); Performa 13, Fifth Biennial of Visual Art Performance, New York (2013); 7. Liverpool Biennale (2012); 12. Bienniale Istanbul (2011); „Trickster Makes This World”, Nam June Paik Art Center (2010); the New Museum Triennial, New York (2009); 5. Berliner Biennale für zeitgenössische Kunst (2008). Darüber hinaus hat Öğüt mehrere Aufententhaltsstipendien wahrgenommen: Delfina Foundation an der Tate Modern in London (2012); IASPIS, Schweden (2011); Reichsakademie der Bildenden Künste, Amsterdam (2007/08). Als Dozent war oder ist er an folgenden Institutionen tätig: Dutch Art Institute, Niederlande (2012); Finnische Akademie der Schönen Künste (seit 2011); Technische Universität Yildiz, Istanbul (2004–2006). Ahmet Öğüt wurde mit folgenden Preisen ausgezeichnet: Visible Award for the Silent University (2013); Sonderpreis des Future Generation Art Prize, Pinchuk Art Centre, Ukraine (2012); De Volkskrant Beeldende Kunst Prijs 2011; Kunstpreis Europas Zukunft, Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig (2010). Gemeinsam mit Banu Cennetoğlu repräsentierte er auf der 53. Biennale von Vendig 2009 die Türkei.
www.ahmetogut.com
Alper Şen

Alper Şen

Actopolis-City: Ankara ‒ İstanbul

Seit 2000 hat Alper Şen im Rahmen verschiedener türkischer und europäischer Videokollektive gearbeitet, darunter VideA, Cinema for Peace, Film Collective, KozaVisual, NisaMasa und Karahaber. Er ist Mitbegründer und aktives Mitglied von Artıkişler und von Videoccupy Collectives und Initiator von Surplus of Istanbul (2014), einem Videoprojekt zur Transformation der Stadt, zum Thema Ressourcenverschwendung und zur Lage von Minderheiten in der türkischen Metropole.
Seçkin Aydin

Seçkin Aydin

Actopolis-City: Diyarbakır, Batman

Seçkin Aydın, geb. 1980, ist kurdischer Künstler und Kulturwissenschaftler mit einem Bachelor in Malerei und Soziologie, einem Master in Kunsterziehung sowie in Kostüm- und Textildesign und einem Doktorgrad im Fach Kunst. Zurzeit bereitet er eine Dissertation im Bereich Medien, Kultur und Urban Studies vor. Aydın ist Leiter des Bereichs Malerei an der Universität von Batman, Vorsitzender der Mesopotamia Culture, Art and Thinking Association in Diyarbakir und leitet das Bat Art Lab in Batman.

Aydın beschäftigt sich vor allem mit den Themen Stadt, Kommunikation (und ihrem Scheitern), kollektive Erinnerung sowie den Überlebensstrategien von Zivilisten in Kriegszeiten. Er hat an zahlreichen Ausstellungen, Workshops, Residenzprogrammen und Biennalen in verschiedenen Ländern teilgenommen und selbst als Kurator gewirkt.
Mehrere seiner eigenen oder von ihm kuratierten Ausstellungen setzen sich mit dem Phänomen Stadt auseinander, darunter die Einzelausstellungen „RE-RE-RE-RE-RE-RE-RE-RELOCALIZATION“, Diyarbakir 2012; „Masters of Home, Masters of Exile“, Berlin 2012; „Inspired By The City“, Terni 2013, sowie die von ihm kuratierten Ausstellungen „Anonymous Lives“, Batman 2014; „City as a Home“, Polymer Gallery, Tallinn 2012; „In The Homy Space; Relocalization“, Ústí nad Labem, Tschechische Republik 2011; „Take Care of You“, Diyarbakır 2011; „Once Upon a Time At Home“ Curator’s Home, Diyarbakır 2011.
Eda Soyal

Eda Soyal

Actopolis-City: Mardin

Eda Soyal lehrt als Wissenschaftliche Assistentin am Fachbereich Architektur der Artuklu Universität in Mardin. Ihren BA in Architektur erwarb sie an der Technischen Hochschule Karadeniz in Trabzon, einen MA in Architekturgeschichte und Architekturtheorie mit einem Stipendium des Türksichen Bildungsministeriums an der Bartlett School of Architecture, London; derzeit ist sie Doktorandin an der Artuklu Universität.

In ihrer Masterarbeit setzt sie sich mit den Chancen und der Widerständigkeit des Hybriden als kritischer Praxis in den Schriften von Homi Bhabha am Beispiel städtischer Räume in der Frühphase des türkischen Staates auseinander und unterzieht die Rolle institutioneller und regierungsamtlicher Publikationen zur Strukturierung des öffentlichen Raums einer kritischen Analsye. Mit ihrem Projekt „Object Stories“, das in Form eines Comicheftes mit integrierten Stimmenaufnahmen und Netzwerkkarten den Alltagsgewohnheiten einer Londoner Immigrantin nachgeht, hat sie 2013 an den „Cities Methodologies“ am University College London teilgenommen. Zuletzt hat Soyal im Rahmen eines Designateliers für Erstsemster unterrichtet und begonnen, sich mit dem Commons-Gedanken und der Bedeutung von Commons als raumgestalterischer Praxis sowie dem Verhältnis von Commons und öffentlichem Raum zu beschäftigen.
Sevgi Ortaç

Sevgi Ortaç

Actopolis-City: Istanbul

Sevgi Ortaç, geboren 1984, lebt und arbeitet als bildende Künstlerin in ihrer Heimatstadt Istanbul. Dort hat sie Film und Fotografie, anschließend bildende Kunst am Dutch Art Institute in den Niederlanden studiert. Sie realisiert ortsspezifische Interventionen und Langzeitprojekte, die ihre Motivation aus den Potenzialen von kollektiver Produktion, Mobilisierung und Teilhabe beziehen.

Als künstlerische Medien setzt Ortaç Fotografie und Video ein, arbeitet aber auch gern mit Gedrucktem. Davon zeugen unter anderem The Monument Upside Down über die antiken Stadtmauern von Istanbul, erschienen 2010, sowie House with a View ein Fotobuch über das neugebaute Aufmarschfeld für Massendemonstrationen (2014) in Yenikapı, Istanbul. Bei beiden Projekten steht die symbolische Funktion von Orten und die Definition kulturellen Erbes im Konflikt mit aktuellen Nutzungsformen im Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem Architekten Aslı Kıyak hat Ortaç das Projekt „Made in Şişhane“ realisiert, in dem es um das handwerkliche Erbe und die Nachbarschaftsstrukturen in der Bosporusmetropole geht. Die von Ortaç intiierten Multimediaplattformen und Publikationsprojekte betrachtet sie als eine Möglichkeit, dem drängenden Bedürfnis nach öffentlicher Diskussion und Information nachzukommen.
Önder Özengi

Önder Özengi

Actopolis-City: Istanbul

Önder Özengi, geboren1978, lebt und arbeitet als Kurator, Kunstwissenschaftler und -kritiker in Istanbul. 1996 bis 2000 studierte er an der Universität Ankara Anthropologie, von 2003 bis 2008 Kunstmanagement an der Technischen Universität Yıldız in Istanbul. Seine Masterarbeit schrieb er über Institutionenkritik seit den 1960er-Jahren und Alternativen zu institutionellem Handeln.

Önder Özengi hat unter anderem folgende Ausstellungen kuratiert: „Relative Position and Conclusions“, Suriye Arcade, Istanbul 2009; „There is Nothing to Lose”, Stærekassen, Kopenhagen 2010; „Between Imaginaries & Encounters”, Hamursuz Fırını, Istanbul 2012; „Never Again”, Depo, Istanbul 2013. Er ist Mitinitiator eines Projekts über Arbeit in der zeitgenössischen Kunst und hat Texte und Kritiken in verschiedenen Zeitschriften, Ausstellungskatalogen und Büchern veröffentlicht.
Özge Çelikaslan

Özge Çelikaslan

Actopolis-City: Ankara

Özge Çelikaslan ist Bildwissenschaftlerin und Medienaktivistin.

Çelikaslan ist Mitbegründerin und aktives Mitglied der Videokunstkollektive Artıkişler / Wastedworks, Videoccupy und Vidyokolektif und Mitbegründerin der Koza Visual Culture and Arts Association, einer Diskussionsplattform für zeitgenössische Kunst, Politik und Medienarchivarbeit. Zurzeit wirkt sie an einem Projekt für ein offenes Archiv für digitale Medien über politische Bewegungen unter dem Titel bak.ma. mit.
Pelin Tan

Pelin Tan

Actopolis-City: Mardin

Nach ihrem Studium der Soziologie und Kunstgeschichte und ihrer Dissertation über gesellschaftlich engagierte Kunst im öffentlichen Raum an der Istanbul Technical University (ITU) beschäftigt Tan sich derzeit im Rahmen eines Postdoc-Projektes am MIT mit den Methoden künstlerischer Recherche. Forschungs- und Aufenthaltsstipendien erhielt sie unter anderem vom DAAD (2006/07), dem IASPIS Kuratorenprogramm (2008), der Japan Foundation (2012) und dem Kitakyushu Contemporary Art Institute (2015). Zurzeit lehrt Tan als Assosiate Professor an der Fakultät für Architektur der Artuklu-Universität im türkischen Mardin. Vom Frühjahr 2016 an lehrt sie als Research Professor am Urban Lab der Polytechnischen Hochschule Hong Kong.
Yelta Köm

Yelta Köm

Actopolis-City: Istanbul

Köm – Architekt, Autor und Kurator – kam 1986 in Istanbul zur Welt, wo er auch heute noch lebt und arbeitet. Er ist Partner des Architekturbüros KOTUstudio und Mitbegründer von Herkes Icin Mimarlik (Architektur für alle). Yelta Köm hat an der Yildiz-Hochschule für Technik in Istanbul studiert und an einem Studienaustausch mit der Aristoteles-Universität Thessaloniki teilgenommen, anschließend in der Architekturklasse der Frankfurter Städelschule einen Post Graduate-Abschluss sowie einen weiteren Abschluss am Fachbereich Architektur der Artuklu-Universität in Mardin erworben. www.yeltakom.com

In seiner Arbeit befasst Yelta Köm sich schwerpunktmäßig mit der Theoriedebatte über architektonische Interventionen im öffentlichen Raum, mit geopolitischen Fragen, Architekturtheorie und urbanen Problemen zeitgenössischer Gesellschaften. Er ist Koordinator und Herausgeber von „#occupygezi architecture“, einem Projekt im Rahmen von „Herkes Icin Mimarlik“, das bei der 2. Istanbuler Biennale, im Salt-Institut Istanbul, im Victoria and Albert Museum London, bei Adhocracy Athen und in der Neuen Gesellschaft für bildende Kunst Berlin ausgestellt wurde. Als Kurator hat er die Ausstellung „Caution! Slippery Ground“ zu Themen der Architekturkultur im Istanbuler Museum für moderne Kunst betreut.
Köm organisiert Bürgerworkshops und ist zurzeit als Koordinator eines Projekts für das Dorf Narlıca bei Diyarbakır tätig. 2014 erschien sein Aufsatz „Taksim Square: A Spatial Narrative of the Perpetual Reconquista“ in Urbane Interventionen Istanbul im Merve Verlag. Zuletzt war Yelta Köm Gast-Editor der Sommernummer 2015 des „Betonart Magazine“ zu Fragen zeitgenössischer Architektur.