Foto: Zoran Kanlić, 2014
Green Pavilion
Sarajevo

Intro

Das Projekt Grüner Pavillon knüpft an Sarajevos ehemaligen Kunstpavillon an, der Ende der 1950er-Jahre unter bis heute ungeklärten Umständen abgerissen wurde. Der Bau des Architekten Jahiel Finci (1911–1977) an der Kreuzung König-Tomislav- und Tito-Allee stand an einem der belebtesten Punkte der Stadt. Der Pavillon war ein Treffpunkt für junge Leute und zugleich ein Ort, an dem zeitgenössische Kunst ausgestellt wurde. Pläne, hier einen noch größeren Pavillon zu errichten, wurden nie realisiert. Durch den Abriss verlor Sarajevo einen der wenigen eigens für die Kunst gebauten Orte. Der Grüne Pavillon greift diese Erinnerung auf und holt sie in die Gegenwart, um dem Ort wieder eine Bedeutung zu geben.

Der Grüne Pavillon wird sich, was die äußere Form angeht, den früheren Pavillon zum Vorbild nehmen – zwar bescheidener in den Ausmaßen, dafür aber grüner. Was Sarajevo heute mehr denn je braucht, sind Spielarten nachhaltiger, auf Kontinuität setzender Vermittlung zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum – darum genau geht es in unserem Projekt. Die Wahl des Hastahana-Parks, nicht weit vom ursprünglichen Standort des Kunstpavillons, bezieht die Lage, die Bedeutung und die aktuelle Nutzung dieses Ortes mit ein. Dem Grundriss des historischen Vorgängers folgend, werden die Umrisse des neuen Pavillons im Boden abgesteckt, der dann buchstäblich im Lauf der Zeit in die Höhe wachsen soll. Diese Form gewollter „Wiedergeburt“ eines Kunst-Spots und sozialen Orts in einer neuen „grünen“ Version, die hier im Park wachsen wird, soll der Erinnerung an den historischen Bau dienen als auch einen neuen Kunst-Ort schaffen. Der neue Pavillon wird vielfältige Möglichkeiten eröffnen, einen Raum der Begegnung und des Rückzugs schaffen oder ganz einfach den hier im Sommer spielenden Kindern Schatten spendet.

Blog

Take a look behind the scenes: in the LAB, the artists are developing their projects online. Your contributions and comments to the work in progress are welcome!

  • OPENING ACTOPOLIS LAB SARAJEVO

    7 June 2016 18:46 by ACTOPOLIS

    Opening Actopolis LAB Sarajevo © Goethe-Institut BiH. Photo by Zoran Kanlić
    Actopolis Lab Sarajevo opened on the 6th of June, 2016 at the Hastahana Skate Park in the center of Sarajevo. The mayor of the Centar Sarajevo municipality, Dževad Bećirević discussed the concept of the Actopolis project and its specific representations in different Actopolis cities. He was joined by the director of the Goethe-Institut in Bosnia-and-Herzegovina, Charlotte Hermelink, the Actopolis project art director, Angelika Fitz, and the curator of Actopolis LAB Sarajevo, Danijela Dugandžić.

Teilnehmer

© Maja Topčagić
Bojan Stojčić

Bojan Stojčić

© Maja Topčagić
Actopolis-City: Sarajevo

Der 1988 in Bosnien-Herzegowina geborene Bojan Stojčić (1988) studierte an der Kunstakademie Sarajevo Grafikdesign und schloss dort mit einer Arbeit im Fach Zeichnung ab. Seine Arbeiten wurden mehrfach im In- und Ausland ausgestellt.

Stojčićs Arbeiten basieren vor allem auf Interventionen im öffentlichen (virtuellen wie physischen) Raum, die, meist in sprachlicher Form, die Gedanken und Vorstellungen des Künstlers selbst in Erscheinung treten lassen. An besonderen Orten oder mit Gegenständen aus dem persönlichen Umfeld des Künstlers realisiert, haben sie stets eine klare, manchmal auch schmerzhafte oder sarkastische, jedoch meist humorvoll verpackte Botschaft. Einige Arbeiten im institutionellen Kontext besitzen dezidiert politische und gesellschaftliche Relevanz und nutzen den Raum, um metaphorische Gehalte zum Ausdruck zu bringen. Die im Atelier entstandenen Zeichnungen des Künstlers basieren meist auf Texten oder beziehen bildliche oder textuelle Erzählformen mit ein.
© Danijela Dugandžić Živanović
Danijela Dugandžić

Danijela Dugandžić

© Danijela Dugandžić Živanović
Actopolis-City: Sarajevo


Seit zwei Jahrzehnten als Aktivistin, Kuratorin, Kulturproduzentin und Kreative in der Frauenbewegung engagiert, leitet Danijela Dugandžić derzeit die Organistation CRVENA. Sie arbeitete weltweit in den unterschiedlichsten Produktionsformen und Medien und zusammen mit den verschiedensten Künstlern, Künstlerinnen und Organisationen. Ausgangspunkt aller Projekte von Dugandžić sind der Feminismus und die Solidarität unter Frauen – Werte, die sie als umfassendes Lebensprogramm begreift. Zu Dugandžić bekanntesten Arbeiten gehören die in Sarajevo, Belgrad und Zagreb aufgeführten Vaginamonologe von Eve Ensler, der Dokumentarfilm Wir sind die Mehrheit, die Performance BujrumIzvolite oder das Kunstprojekt Transfor(M)art. Als Mitglied der feministischen Kuratorinnengruppe Red Min(e)d kuratierte sie 2013 den 54. Belgrader Oktobersalon; das Experimentalprojekt The Bring In Take Out Living Archive der Gruppe Red Min(e)d war unter anderem in Zagreb, Ljubljana, Wien, München, Sarajevo, Belgrad, Stockholm und Zürich zu sehen. 2014 kuratierte Dugandžić die Ausstellung im öffentlichen Raum „My house is your house too“. Außerdem unterrichtet sie Women’s Studies, arbeitet als Beraterin und hält Vorträge in ganz Bosnien und Herzegowina. Ihre mit CRVENA entwickelten und realisierten Projekte, Ausstellungen, öffentlichen Interaktionen, Künstlergespräche und Vorträge beschäftigen sich mit zeitgenössischer Kunst, Feminismus, Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Frauengeschichte und der Frauenrechtsbewegung. 2013 entstand in Zusammenarbeit mit einem Team aus vier Wissenschaftlern, Architekten und Aktivisten das übergreifende Programm „Gradologjia“ (Cityology) (http://www.gradologija.ba/), das sich mit Fragen moderner Urban Governance befasst: Nutzung und Missbrauch von öffentlichem Raum, Mobilisierung städtischer Kreativressourcen, Erhalt und Entwicklung sogenannter Urban Commons und damit verbundener Projekte.
Lana Čmajčanin

Lana Čmajčanin

Actopolis-City: Sarajevo

Lana Čmajčanin kam 1983 in Sarajevo zur Welt. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste der Universität Sarajevo und schloss mit einem MFA im Fach Bildhauerei ab. Ihre Arbeit umfasst Installationen, Videos, Performances und Klanginstallationen. Sie gehört zu den Gründern und Mitgliedern der Kunst- und Kulturvereinigung CRVENA.

Lana Čmajčanins gesellschaftlich engagierte Kunst hat oft einen ausgeprägten Bezug zu bestimmten Orten und politischen Rahmenbedingungen wie der Nachkriegssituation in Bosnien-Herzegowina, im weiteren Sinne auch zur Rolle der Frau und zum weiblichen Körper. Dabei scheut sie auch nicht die Auseinandersetzung mit extrem traumatischen Erfahrungen ihres Herkunftsraumes. Ihr Werk ist unbeirrbar politisch und es gelingt ihr in ihren Arbeiten, Erfahrungen und Wirklichkeit vor Ort in eine universelle, auch für ein internationales Publikum verständliche Sprache zu übersetzen. Lana Čmajčanin hat ihre Arbeiten im Rahmen zahlreicher Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert und an mehreren Artists-in-Residence-Programmen teilgenommen. Von ihren Preisen und Stipendien verdient vor allem der Spezialpreis des 54. October Salon Belgrad 2013 Erwähnung sowie die Nominierung für die Keith Haring Fellowship in Art and Activism des Bard College in Annandale-on-Hudson im Bundesstaat New York.
www.lanacmajcanin.com/