Foto: Zoran Kanlić, 2014
Sarajevo
Cloud

Intro

Sarajevo Cloud stellt Bewohnern und Besuchern der Stadt einen virtuellen Raum zur Verfügung, in den sie ihre Erfahrungen, Gedanken und Visionen von städtischen Orten in eine virtuelle Version des Stadtraums einschreiben können. Ermöglicht wird dies durch die Geo-Location-Funktion unserer Smartphones und der elektronisch gestützten Verknüpfung bestimmter realer Orte mit elektronischen Bildern, Symbolen und Nachrichten mit Hilfe von Apps wie Google Earth. Die Augmented-Reality-App wird jedes mit einem Koordinatenpaar verbundene Element sichtbar machen. So werden wir in die Lage versetzt, simultan den realen Ort und die mit ihm elektronisch verbundenen Elemente zu erleben. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, den öffentlichen Raum (elektronisch) etwa mit Bäumen, Laternen, Bänken oder Brunnen, aber auch mit Symbolen oder Emoticons (ähnlich den „Stickern“ des Chat-Diensts Viber) zu versehen, um seiner persönlichen Sicht- und Wahrnehmungsweise in Bezug auf den jeweiligen Ort Ausdruck zu verleihen. Mit diesen Mitteln können wir die Grenze zwischen öffentlichem – dem realen wie dem individuellen – und virtuellem Raum verschwimmen lassen, verwischen und zum Verschwinden bringen.

Ziel ist nicht nur die Abbildung individueller Eindrücke und Erfahrungen, es geht auch darum, jedem die Möglichkeit zu geben, kritisch zum Stadtraum Stellung zu beziehen und Gestaltungsvarianten zu entwerfen, um eine gemeinsame Vision für den jeweiligen Ort zu entwickeln. Jede dieser spontanen Interventionen werden aufgezeichnet und auf der virtuellen Plattform von Sarajevo Cloud frei zugänglich gemacht.

Verortet ist das auf die Dauer von vier Monaten angelegte Projekt im Hastahana-Park. Eine Wolkenskulptur soll die Idee der Cloud sinnfällig machen und die Menschen zur Teilnahme einladen. Sie wird auf dem Dach des Grünen Pavillons, eines Schwesterprojekts im Rahmen von Actopolis Sarajevo, aufgestellt.

Blog

Take a look behind the scenes: in the LAB, the artists are developing their projects online. Your contributions and comments to the work in progress are welcome!

  • OPENING ACTOPOLIS LAB SARAJEVO

    7 June 2016 18:46 by ACTOPOLIS

    Opening Actopolis LAB Sarajevo © Goethe-Institut BiH. Photo by Zoran Kanlić
    Actopolis Lab Sarajevo opened on the 6th of June, 2016 at the Hastahana Skate Park in the center of Sarajevo. The mayor of the Centar Sarajevo municipality, Dževad Bećirević discussed the concept of the Actopolis project and its specific representations in different Actopolis cities. He was joined by the director of the Goethe-Institut in Bosnia-and-Herzegovina, Charlotte Hermelink, the Actopolis project art director, Angelika Fitz, and the curator of Actopolis LAB Sarajevo, Danijela Dugandžić.

Teilnehmer

© Asmir Mutevelić
Asmir Mutevelić

Asmir Mutevelić

© Asmir Mutevelić
Actopolis-City: Sarajevo

Geboren 1983 in Banja Luka, Bosnien-Herzegowina; 2009 Architekturdiplom an der Universität Sarajevo. Mutevelić ist Mitbegründer und Direktor von Filter arhitektura.

In seiner Arbeit sucht Mutelević nach universellen Raumeigenschaften und nimmt dazu die Psychologie der Raumerfahrung in den Blick. Seine Entwürfe und theoretischen Beiträge zielen auf eine neue, genauere Form der Gestaltung. Entwürfe, an denen Mutelević maßgeblich beteiligt war, wurden mit Preisen auf nationaler und internationaler Ebene ausgezeichnet: Himalayan Mountain Hut, ehrende Erwähnung (2015); Young Balkan Designers „Common Grounds“ (2015); Grand Prix Collegium Artisticum (2013); Zweiter Preis im Wettbewerb für ein Mahnmal zum Gedenken an den 2. Mai 1992, Sarajevo (2012); Erster Preis im Wettbewerb für den Geschichtspark Mittelalterliches Bosnien (2009); Nominierung für den Mies van der Rohe Award für zeitgenössische Architektur der Europäischen Union (2015).
© Danijela Dugandžić Živanović
Danijela Dugandžić

Danijela Dugandžić

© Danijela Dugandžić Živanović
Actopolis-City: Sarajevo


Seit zwei Jahrzehnten als Aktivistin, Kuratorin, Kulturproduzentin und Kreative in der Frauenbewegung engagiert, leitet Danijela Dugandžić derzeit die Organistation CRVENA. Sie arbeitete weltweit in den unterschiedlichsten Produktionsformen und Medien und zusammen mit den verschiedensten Künstlern, Künstlerinnen und Organisationen. Ausgangspunkt aller Projekte von Dugandžić sind der Feminismus und die Solidarität unter Frauen – Werte, die sie als umfassendes Lebensprogramm begreift. Zu Dugandžić bekanntesten Arbeiten gehören die in Sarajevo, Belgrad und Zagreb aufgeführten Vaginamonologe von Eve Ensler, der Dokumentarfilm Wir sind die Mehrheit, die Performance BujrumIzvolite oder das Kunstprojekt Transfor(M)art. Als Mitglied der feministischen Kuratorinnengruppe Red Min(e)d kuratierte sie 2013 den 54. Belgrader Oktobersalon; das Experimentalprojekt The Bring In Take Out Living Archive der Gruppe Red Min(e)d war unter anderem in Zagreb, Ljubljana, Wien, München, Sarajevo, Belgrad, Stockholm und Zürich zu sehen. 2014 kuratierte Dugandžić die Ausstellung im öffentlichen Raum „My house is your house too“. Außerdem unterrichtet sie Women’s Studies, arbeitet als Beraterin und hält Vorträge in ganz Bosnien und Herzegowina. Ihre mit CRVENA entwickelten und realisierten Projekte, Ausstellungen, öffentlichen Interaktionen, Künstlergespräche und Vorträge beschäftigen sich mit zeitgenössischer Kunst, Feminismus, Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Frauengeschichte und der Frauenrechtsbewegung. 2013 entstand in Zusammenarbeit mit einem Team aus vier Wissenschaftlern, Architekten und Aktivisten das übergreifende Programm „Gradologjia“ (Cityology) (http://www.gradologija.ba/), das sich mit Fragen moderner Urban Governance befasst: Nutzung und Missbrauch von öffentlichem Raum, Mobilisierung städtischer Kreativressourcen, Erhalt und Entwicklung sogenannter Urban Commons und damit verbundener Projekte.
Kenan Vatrenjak

Kenan Vatrenjak

Actopolis-City: Sarajevo

Kenan Vatrenjak, geboren 1983 in Sarajevo, schloss 2009 sein Architekturstudium an der dortigen Universität ab. 2005/06 studierte er an der Escuela Técnica Superior de Arquitectura de Barcelona und arbeitete in der Stadtverwaltung der katalanischen Metropole. Vatrenjak gehört zu den Gründungspartnern von Filter arhitektura.
Vedad Islambegović

Vedad Islambegović

Actopolis-City: Sarajevo

Vedad Islambegović wurde 1983 in Zenica, Bosnien-Herzegowina, geboren. Er studierte Architektur an der Universität Sarajevo bis 2008 und ist dort heute Lehrbeauftragter und Doktorand. 2005/06 studierte Islambegović an der Escuela Técnica Superior de Arquitectura in Barcelona und arbeitete in der Barceloner Stadtverwaltung. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern des Büros Filter arhitektura.

In seiner Dissertation beschäftigt Islambegović sich mit informellen Stadtentwicklungsprozessen und ihren soziopolitischen Ursachen. Er hat am Forschungsprojekt „Propocon – Property, Possession and Conflict in Re/Building Settlement“ der Oslo School of Architecture and Design mitgewirkt. Entwürfe, an denen Islambegović beteiligt war, haben unter anderem folgende Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Architekturwettbewerben erhalten: Grand Prix Collegium Artisticum (2013); Zweiter Preis im internationalen Wettbewerb für einen stadtplanerischen Entwurf zur Neuentwicklung des Badel-Geländes in Zagreb (2012); Zweiter Preis im Wettbewerb für ein Denkmal zur Erinnerung an den 2. Mai 1992 in Sarajevo (2012); Zweiter Preis im Wettbewerb für den Geschichtspark Mittelalterliches Bosnien (2009). Mit einem eigenen Entwurf wurde er 2015 für den Mies van der Rohe Award der Europäischen Union für Zeitgenössische Architektur nominiert. Zahlreiche Entwürfe von Islambegović wurden in renommierten Architekturzeitschriften wie dem kroatischen Magazin „Oris“ oder den schweizerischen Zeitschriften „Hochparterre“ und „Archithese“ veröffentlicht.