Actopolis
Sarajevo

Intro

Sarajevo hat viele ungewöhnliche Orte und Räume vorzuweisen – und die damit verbundenen Ansichten und Ideen, die aber selten in Bezug zueinander gesetzt werden. Actopolis Sarajevo will diese verstreuten Orte, Zeichen und Ideen vernetzen und einen Rahmen für kritische Diskussionen und zur Schaffung einer kreativen, dynamischen und zugleich menschlichen und achtsamen, offenen Stadt schaffen.

Zu diesem Zweck wird Actopolis Sarajevo den Hastahana-Park als Ausgangsbasis nutzen und von hier aus nach Ansatzpunkten für positive Entwicklungen in der Stadt suchen. Der Hastahana-Park (hastahana bedeutet „Ort der Heilung“ oder „Krankenhaus“) liegt mitten in der Stadt. Er wird von jungen Leuten als Treff- und Fixpunkt innerhalb der Stadtgeografie von Sarajevo genutzt. Er dient der Entspannung und dem Spiel, und an ihm lässt sich besonders gut der urbane Wandel ablesen.

Diesen besonderen Ort wollen wir nicht nur zu einem „experimentellen Labor“ machen, vielmehr hoffen wir, auf diese Art einen „Ort der Genesung“ für die Stadt zu gewinnen, an dem ihre Probleme Heilung finden.

Im Rahmen von drei Projekten – Sarajevo Cloud, Green Pavilion und Sarajevo Album – sollen Weisen erprobt werden, wie sich neu über die Stadt nachdenken lässt. Grenzen sollen identifiziert und überwunden werden und Verbindungen zwischen Kunst, Stadtplanung und urbanem Engagement entstehen. Actopolis Sarajevo soll als Plattform für einen Gedanken- und Meinungsaustausch über die Bedeutung und den Wandel urbaner Räume, über Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Stadt dienen und zugleich Erprobungsräume für die Arbeit am Altbekannten, nie in Frage Gestellten im Umgang mit der Stadt und ihrem gesellschaftlichen Leben schaffen.

Blog

Take a look behind the scenes: in the LAB, the artists are developing their projects online. Your contributions and comments to the work in progress are welcome!

  • OPENING ACTOPOLIS LAB SARAJEVO

    7 June 2016 18:46 by ACTOPOLIS

    Opening Actopolis LAB Sarajevo © Goethe-Institut BiH. Photo by Zoran Kanlić
    Actopolis Lab Sarajevo opened on the 6th of June, 2016 at the Hastahana Skate Park in the center of Sarajevo. The mayor of the Centar Sarajevo municipality, Dževad Bećirević discussed the concept of the Actopolis project and its specific representations in different Actopolis cities. He was joined by the director of the Goethe-Institut in Bosnia-and-Herzegovina, Charlotte Hermelink, the Actopolis project art director, Angelika Fitz, and the curator of Actopolis LAB Sarajevo, Danijela Dugandžić.

Teilnehmer

© Armina Pilav
Armina Pilav

Armina Pilav

© Armina Pilav
Actopolis-City: Sarajevo

Pilav wurde in Bosnien-Herzegowina geboren, lebt und arbeitet in Sarajevo und Venedig und wurde an der dortigen Architekturhochschule promoviert. Sie ist urbane Aktivistin und Wissensarbeiterin, Architektin und Stadtplanerin mit einem Fokus auf dem Schicksal der Stadt in Zeiten von Krieg und Nachkrieg. Ihre Arbeiten beziehen die weibliche bzw. feministische Perspektive auf die Stadt als Reproduktions- und Imaginationsraum mit ein.

Im Zentrum von Pilavs Arbeits- und Recherchepraxis steht die Beobachtung, Visualisierung und gedankliche Neuvermessung von Städten unter den Bedingungen von Krieg und Formen urbaner Konflikte oder anderen extremen Situationen wie Naturkatastrophen. Dabei stützt sie sich auf visuelle Recherche- und Repräsentationsmittel und kollektive Raumvorstellungen. Im Rahmen ihrer Projekte nahm sie an wissenschaftlichen und anderen Konferenzen u.a. in Spanien, Portugal, Slowenien und Albanien teil. Wärend der Architekturbiennale in Venedig 2014 war ihr Rechercheprojekt „Sarajevo and self-made solutions in the context of war emergency“ zu sehen. Auch die Teilnahme an und die Leitung von Workshops mit Bürgern und Architekturstudenten sind Teil ihrer Arbeit; hier sind u.a.die Art Residency „Decolonizing architecture“ in Palästina (2008), die Leitung des Workshops „Re:making Our City“ in Sarajevo (2012) sowie die Mitarbeit an dem interaktiven Kunstprojekt „Bring In Take Out Living Archive“ zu nennen. Zurzeit ist Pilav als Koautorin und Researcher am Aktions- und Dokumentationsprogramm Gradologija www.gradologija.ba beteiligt.
© Asmir Mutevelić
Asmir Mutevelić

Asmir Mutevelić

© Asmir Mutevelić
Actopolis-City: Sarajevo

Geboren 1983 in Banja Luka, Bosnien-Herzegowina; 2009 Architekturdiplom an der Universität Sarajevo. Mutevelić ist Mitbegründer und Direktor von Filter arhitektura.

In seiner Arbeit sucht Mutelević nach universellen Raumeigenschaften und nimmt dazu die Psychologie der Raumerfahrung in den Blick. Seine Entwürfe und theoretischen Beiträge zielen auf eine neue, genauere Form der Gestaltung. Entwürfe, an denen Mutelević maßgeblich beteiligt war, wurden mit Preisen auf nationaler und internationaler Ebene ausgezeichnet: Himalayan Mountain Hut, ehrende Erwähnung (2015); Young Balkan Designers „Common Grounds“ (2015); Grand Prix Collegium Artisticum (2013); Zweiter Preis im Wettbewerb für ein Mahnmal zum Gedenken an den 2. Mai 1992, Sarajevo (2012); Erster Preis im Wettbewerb für den Geschichtspark Mittelalterliches Bosnien (2009); Nominierung für den Mies van der Rohe Award für zeitgenössische Architektur der Europäischen Union (2015).
© Maja Topčagić
Bojan Stojčić

Bojan Stojčić

© Maja Topčagić
Actopolis-City: Sarajevo

Der 1988 in Bosnien-Herzegowina geborene Bojan Stojčić (1988) studierte an der Kunstakademie Sarajevo Grafikdesign und schloss dort mit einer Arbeit im Fach Zeichnung ab. Seine Arbeiten wurden mehrfach im In- und Ausland ausgestellt.

Stojčićs Arbeiten basieren vor allem auf Interventionen im öffentlichen (virtuellen wie physischen) Raum, die, meist in sprachlicher Form, die Gedanken und Vorstellungen des Künstlers selbst in Erscheinung treten lassen. An besonderen Orten oder mit Gegenständen aus dem persönlichen Umfeld des Künstlers realisiert, haben sie stets eine klare, manchmal auch schmerzhafte oder sarkastische, jedoch meist humorvoll verpackte Botschaft. Einige Arbeiten im institutionellen Kontext besitzen dezidiert politische und gesellschaftliche Relevanz und nutzen den Raum, um metaphorische Gehalte zum Ausdruck zu bringen. Die im Atelier entstandenen Zeichnungen des Künstlers basieren meist auf Texten oder beziehen bildliche oder textuelle Erzählformen mit ein.
© Danijela Dugandžić Živanović
Danijela Dugandžić

Danijela Dugandžić

© Danijela Dugandžić Živanović
Actopolis-City: Sarajevo


Seit zwei Jahrzehnten als Aktivistin, Kuratorin, Kulturproduzentin und Kreative in der Frauenbewegung engagiert, leitet Danijela Dugandžić derzeit die Organistation CRVENA. Sie arbeitete weltweit in den unterschiedlichsten Produktionsformen und Medien und zusammen mit den verschiedensten Künstlern, Künstlerinnen und Organisationen. Ausgangspunkt aller Projekte von Dugandžić sind der Feminismus und die Solidarität unter Frauen – Werte, die sie als umfassendes Lebensprogramm begreift. Zu Dugandžić bekanntesten Arbeiten gehören die in Sarajevo, Belgrad und Zagreb aufgeführten Vaginamonologe von Eve Ensler, der Dokumentarfilm Wir sind die Mehrheit, die Performance BujrumIzvolite oder das Kunstprojekt Transfor(M)art. Als Mitglied der feministischen Kuratorinnengruppe Red Min(e)d kuratierte sie 2013 den 54. Belgrader Oktobersalon; das Experimentalprojekt The Bring In Take Out Living Archive der Gruppe Red Min(e)d war unter anderem in Zagreb, Ljubljana, Wien, München, Sarajevo, Belgrad, Stockholm und Zürich zu sehen. 2014 kuratierte Dugandžić die Ausstellung im öffentlichen Raum „My house is your house too“. Außerdem unterrichtet sie Women’s Studies, arbeitet als Beraterin und hält Vorträge in ganz Bosnien und Herzegowina. Ihre mit CRVENA entwickelten und realisierten Projekte, Ausstellungen, öffentlichen Interaktionen, Künstlergespräche und Vorträge beschäftigen sich mit zeitgenössischer Kunst, Feminismus, Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Frauengeschichte und der Frauenrechtsbewegung. 2013 entstand in Zusammenarbeit mit einem Team aus vier Wissenschaftlern, Architekten und Aktivisten das übergreifende Programm „Gradologjia“ (Cityology) (http://www.gradologija.ba/), das sich mit Fragen moderner Urban Governance befasst: Nutzung und Missbrauch von öffentlichem Raum, Mobilisierung städtischer Kreativressourcen, Erhalt und Entwicklung sogenannter Urban Commons und damit verbundener Projekte.
Haris Sahačić

Haris Sahačić

Actopolis-City: Sarajevo

Haris Sahačić kam 1977 Sarajevo zur Welt und hat im Studiengang Experimentelles Radio an der Bauhaus-Universität Weimar einen Master in Mediendesign erworben. Seit 1999 engagiert er sich in der NGO- und Gewerkschaftsarbeit und macht Radio. Er ist Bürokaufmann, Rundfunkproduzent, Dichter, Schriftsteller, Sounddesigner, Komponist und ein dem Feminismus gegenüber freundlich eingestellter Mann.
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Katarina Bošnjaky

Katarina Bošnjak

Actopolis-City: Sarajevo

Katarina Bošnjak, Jahrgang 1990, erwarb 2012 ihren BA in Architektur an der Universität Sarajevo, 2014 legte sie dort das Masterexamen ab. Derzeit arbeitet sie als Junior Architect im Büro von OSNAP d.o.o. und als freie Mitarbeiterin an der Fakultät für Architektur, Abteilung Stadtplanung. Daneben engagiert sie sich bei „LIFT – spatial initiatives“, hospitiert am SARTR-Theater und schreibt Artikel zum Thema Urbanistik für das Studentenmagazin 303

Katharina Bošnjak arbeitet in den Bereichen Video, Kurzfilm, Wissen und Innenarchitektur. Sie beteiligt sich an der Organisation der Architekturtage Sarajevo und hat an mehreren Ausstellungen teilgenommen, darunter „VIDEODETECTURE“, in deren Rahmen sie den Kurzfilm Visual pollution, manipulation and frustration vorstellte, und sie nahm 2011, 2012 und 2013 an der Ausstellungsreihe „Green Design“ teil. Auf der CICIOP-Konferenz 2013 und bei den Architekturtagen Sarajevo 2015 hielt sie Vorträge zu ihrem Projekt „Experimental Park – Kindergarten“. Sie nahm unter anderem im Rahmen von „Green Design“ 2012 an einem Workshop zu illegalen Siedlungen teil und an weiteren Workshops im Rahmen von „City Acupuncture“ in Sarajevo und Split, ebenso an Workshops mit norwegischen Studenten in Međugorje, im Rahmen von „Urban Incubator“ in Savamala 2013 und „Komad grada“ in Belgrad 2014. 2014 hat sie gemeinsam mit Sejjid Dudić das PR-Video für die ASK-Konferenz „Urban transformations: Animation of Urban Ruins“ gestaltet. Vom Green Design Center wurde Katharina Bošnjak in der Kategorie „Best integration of green techniques“ ausgezeichnet.
Kenan Vatrenjak

Kenan Vatrenjak

Actopolis-City: Sarajevo

Kenan Vatrenjak, geboren 1983 in Sarajevo, schloss 2009 sein Architekturstudium an der dortigen Universität ab. 2005/06 studierte er an der Escuela Técnica Superior de Arquitectura de Barcelona und arbeitete in der Stadtverwaltung der katalanischen Metropole. Vatrenjak gehört zu den Gründungspartnern von Filter arhitektura.
Lana Čmajčanin

Lana Čmajčanin

Actopolis-City: Sarajevo

Lana Čmajčanin kam 1983 in Sarajevo zur Welt. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste der Universität Sarajevo und schloss mit einem MFA im Fach Bildhauerei ab. Ihre Arbeit umfasst Installationen, Videos, Performances und Klanginstallationen. Sie gehört zu den Gründern und Mitgliedern der Kunst- und Kulturvereinigung CRVENA.

Lana Čmajčanins gesellschaftlich engagierte Kunst hat oft einen ausgeprägten Bezug zu bestimmten Orten und politischen Rahmenbedingungen wie der Nachkriegssituation in Bosnien-Herzegowina, im weiteren Sinne auch zur Rolle der Frau und zum weiblichen Körper. Dabei scheut sie auch nicht die Auseinandersetzung mit extrem traumatischen Erfahrungen ihres Herkunftsraumes. Ihr Werk ist unbeirrbar politisch und es gelingt ihr in ihren Arbeiten, Erfahrungen und Wirklichkeit vor Ort in eine universelle, auch für ein internationales Publikum verständliche Sprache zu übersetzen. Lana Čmajčanin hat ihre Arbeiten im Rahmen zahlreicher Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert und an mehreren Artists-in-Residence-Programmen teilgenommen. Von ihren Preisen und Stipendien verdient vor allem der Spezialpreis des 54. October Salon Belgrad 2013 Erwähnung sowie die Nominierung für die Keith Haring Fellowship in Art and Activism des Bard College in Annandale-on-Hudson im Bundesstaat New York.
www.lanacmajcanin.com/
Roberto Vertieri

Roberto Vertieri

Actopolis-City: Sarajevo

Born in Italy; lives and works between Sarajevo and Venice. Graduated in architecture at the Venice Faculty of Architecture ‒ IUAV. After degree worked as graphic designer and film maker. Currently studying film directing at film.factory ‒ Sarajevo Film Academy.

Work and research focus on the development and contradictions that are constantly produced for and by societies and Nature.
Vedad Islambegović

Vedad Islambegović

Actopolis-City: Sarajevo

Vedad Islambegović wurde 1983 in Zenica, Bosnien-Herzegowina, geboren. Er studierte Architektur an der Universität Sarajevo bis 2008 und ist dort heute Lehrbeauftragter und Doktorand. 2005/06 studierte Islambegović an der Escuela Técnica Superior de Arquitectura in Barcelona und arbeitete in der Barceloner Stadtverwaltung. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern des Büros Filter arhitektura.

In seiner Dissertation beschäftigt Islambegović sich mit informellen Stadtentwicklungsprozessen und ihren soziopolitischen Ursachen. Er hat am Forschungsprojekt „Propocon – Property, Possession and Conflict in Re/Building Settlement“ der Oslo School of Architecture and Design mitgewirkt. Entwürfe, an denen Islambegović beteiligt war, haben unter anderem folgende Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Architekturwettbewerben erhalten: Grand Prix Collegium Artisticum (2013); Zweiter Preis im internationalen Wettbewerb für einen stadtplanerischen Entwurf zur Neuentwicklung des Badel-Geländes in Zagreb (2012); Zweiter Preis im Wettbewerb für ein Denkmal zur Erinnerung an den 2. Mai 1992 in Sarajevo (2012); Zweiter Preis im Wettbewerb für den Geschichtspark Mittelalterliches Bosnien (2009). Mit einem eigenen Entwurf wurde er 2015 für den Mies van der Rohe Award der Europäischen Union für Zeitgenössische Architektur nominiert. Zahlreiche Entwürfe von Islambegović wurden in renommierten Architekturzeitschriften wie dem kroatischen Magazin „Oris“ oder den schweizerischen Zeitschriften „Hochparterre“ und „Archithese“ veröffentlicht.