Building a
new city
Infrastructural
interventions

Intro

Eine neue Stadt: Oberhausen entstand erst mit dem Aufschwung von Kohle und Stahl im Ruhrgebiet im 19. Jahrhundert. In den 1990er-Jahren wurde Oberhausen als Einkaufsstadt und Erholungsparadies neu erfunden. Ein Einkaufszentrum sollte als neuer Mittelpunkt fungieren. Viele sehen in dieser Entscheidung den Grund für den Niedergang der alten Stadtmitte, aus der das Leben nach und nach verschwand.
Mit dem Verlust der Industrie, die Jahrzehnte lang das Gesicht der Stadt geprägt hat, scheint Oberhausen seinen Sinn verloren zu haben.
Was bedeutet es, wenn einer Stadt ihre Daseinsberechtigung abhanden kommt? Wie könnte eine Stadt aussehen, die nach den Vorstellungen und Bedürfnissen ihrer jetzigen Bewohner gebaut wäre?
Wie soll man mit den in Beton gegossenen Tatsachen, den infrastrukturellen Beschränkungen einer vergangen Zeit heute umgehen? Entscheidungen über die Infrastruktur einer Stadt legen fest, wie wir zusammenleben. Infrastruktur regelt nicht nur den konkreten Handlungsrahmen, sie bestimmt auch die Bandbreite der Handlungsmöglichkeiten. Bestimmte Nutzungsweisen werden begünstigt, andere erschwert. Die Infrastruktur regelt Zugang und Teilhabe in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Wegen ihrer Tragweite und der von ihnen berührten (politischen und wirtschaftlichen) Interessen sind Infrastrukturentscheidungen oft der politischen Kontrolle entzogen. Ganz gleich ob sichtbar oder unsichtbar, Infrastruktur kann ihrem eigentlichen Zweck im Wege stehen.
Im Rahmen von Actopolis sollen Künstler eingeladen werden, um sich mit der Infrastruktur der Stadt Oberhausen auseinanderzusetzen, neue Formen urbaner Praxis zu entwickeln und durch infrastrukturelle Interventionen zu fördern – sei es durch die Schaffung neuer oder die Umwandlung bestehender, derzeit vernachlässigter Infrastruktur. Eine neue Stadt zu bauen, fängt damit an, in dieser Stadt zu leben.

Blog

Take a look behind the scenes: in the LAB, the artists are developing their projects online. Your contributions and comments to the work in progress are welcome!

  • ACTOPOLIS in Oberhausen: Activists wanted!

    7 March 2017 00:09 by ACTOPOLIS

    acropolis flag

    ACTOPOLIS travelled on to Oberhausen in autumn 2016. “We are building a new city” was the slogan put out by the artist collective geheimagentur, which carried out various actions relating to the themes of experiencing and joining in: there was a chewing gum museum to discover, some garden plots were created in the city centre, and there was even the possibility of meeting a monster. In all the actions the paramount question was, how do we want to live together and what do we need for this. Now the concluding exhibition gives you a chance to find out how the results of these actions are to be seen in the context of the other ACTOPOLIS projects.

  • Problem Solving 2.0

    23 September 2016 20:02 by ACTOPOLIS

    Fotos aus Actopolis_c_Daniel Ladnar / Urbane Künste Ruhr 2016
    Conjured up in a trailer WE ARE VISUAL (aka Felix Jung and Marc Einsiedel) answers to tomorrow’s problems were a real stunner. Participants of all ages were highly engaged, designing and presenting their intriguing solutions in this mobile future lab.

  • Anybody See the Monster?

    16 September 2016 10:56 by ACTOPOLIS

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Fotos aus Actopolis_c_Daniel Ladnar/Urbane Künste Ruhr 2016
    Lars Moritz gifted the city its very own monster. Visitors could book monster safaris in the city center, while monster souvenirs proved to be a hot seller. Word has it, the monster has since moved on. You would have needed to see it to believe it.



    Watch the video here.

  • Investigating the City’s Upmost Layer

    13 September 2016 11:33 by ACTOPOLIS

    Fotos aus Actopolis Oberhausen_c_Daniel Ladnar/Urbane Künste Ruhr 2016

    Susanne Kudielka and Kaspar Wimberley welcomed visitors to Europe’s first ever chewing gum museum. Gum however, was not the only attraction. Situated in the archaeological museum the “museological forum for utopian identities” further stimulated thoughts and discussions dealing with the role of museums and urban particularities.

  • Pedestrian Plotting

    12 September 2016 08:53 by ACTOPOLIS

    Fotos aus Actopolis_c_Daniel Ladnar/Urbane Künste Ruhr 2016
    In the midst of the city’s former pedestrian zone Dirk Schlichting positioned this row of garden plots. The initial phase featured the allotment of a ‘sample garden’, thus assigning a new function to a designated area and creating a juxtaposition of representation and privacy, of old and new urban space. Residents were then able to rent the sample garden to hold a spontaneous barbecue or spend a summer afternoon relaxing in the garden.

  • ACTOPOLIS OBERHAUSEN PROGRAMME IS OUT!

    30 August 2016 13:05 by ACTOPOLIS


    On the 31st of August 2016, Actopolis Oberhausen curators will get rid of the old city to make space for a new one. Find out what follows on the eleven days after their Destruction Workshop in the programme of We Are Building a New City!

Teilnehmer

Denise Ritter

Denise Ritter

Actopolis-City: Oberhausen

Die Klangkünstlerin Denise Ritter arbeitet international im Bereich Soundinstallationen und elektroakustische Musik. Nach ihrem Diplom in Geografie studierte sie in der Meisterklasse von Christina Kubisch audiovisuelle Kunst. Denise Ritter lebt im Ruhrgebiet, für ihre Arbeit erhielt sie mehrfach Auszeichnungen und Stipendien.

Denise Ritter realisiert elektroakustische Soundinstallationen und Klangskulpturen, meist ortsspezifisch und immer mit eigens komponierten elektroakustischen Stücken unter Verwendung von Originalklang- und Geräuschaufnahmen. Für die Industrial-/Musique concrète-Stücke ihrer CD-Veröffentlichung Schachtanlage Gegenort benutzte sie Originalaufnahmen aus Kohlebergwerken und Stahlfabriken. 2013 begann sie mit der Arbeit des für jeden offenen weltweiten Projekts „small world wide“.
© Till Schlichting
Dirk Schlichting

Dirk Schlichting

© Till Schlichting
Actopolis-City: Oberhausen

Dirk Schlichting, geboren 1965 in Düsseldorf, studierte 1988 bis 1995 an der Kunstakademie Münster bei Prof. Joachim Bandau. 1992 schloss er als Meisterschüler ab. Im selben Jahr erhielt er den Förderpreis der Gemeinde Everswinkel sowie 1993 den Förderpreis der Studiogalerie XVI. Schlichting ist Mitglied im Westdeutschen und im Deutschen Künstlerbund. Er lebt und arbeitet in Herne und Dortmund.

Schlichting arbeitet vor allem im Bereich Skulptur mit einem Schwerpunkt auf orts- und raumspezifischen Installationen. Einige seiner Arbeiten:
2015 stiegenmuseum.ebensee, Festival der Regionen, Ebensee/ Austria
2012 erwartet, Kunstkirche Bochum
2010 Expedition, liquid area/waterways, Städtische Galerie Herne
2010 schrankenlos, grenzgebiet ruhr, Westpark Bochum
2008 Innere, Dortmunder Kunstverein
2003 Panorama, Sukun/Stille, Mobile Städt. Galerie im Museum Folkwang, Essen
www.dirkschlichting.de
© geheimagentur
geheimagentur

geheimagentur

© geheimagentur
Actopolis-City: Oberhausen

geheimagentur ist ein offenes Kollektiv. Alle, die an den projekten von geheimagentur mitgewirkt haben, können das Label „geheimagentur“ für zukünftige Projekte nutzen, darum bleiben wir anonym. geheimagentur lässt sich als „secret agency“ übersetzen, deshalb können wir keine Informationen „zur Person“ preisgeben – aber vor kurzem haben wir unsern zwölften Geburtstag gefeiert.

geheimagentur produziert Situationen und Einrichtungen, die wie Fiktionen erscheinen und dann doch die Realitätsprüfung bestehen. Die Performances von geheimagentur überschreiten die Grenzen symbolischer Politik in Richtung auf „instant pleasure“: Sie lassen eine andere Realität im Kleinen entstehen, statt mit kritischer Geste die alte Welt zu bestätigen. geheimagentur ist ein freies Label, ein offenes Kollektiv und der Versuch einer praktischen „art of being many“.
www.geheimagentur.net
Lars Moritz

Lars Moritz

Actopolis-City: Oberhausen

Lars Moritz lebt in Wien und arbeitet als Performancekünstler und experimenteller Stadtforscher. Gründer des Instituts für Alltagsforschung, einer Plattform für künstlerische Recherchen und direkte Aktionen im urbanen Alltag.

Erfinder der militanten Wissenschaft der radical bionics, die über die Transformation tierischer und pflanzlicher Strategien in politische Praktiken nachdenken. 2014 richtete er den Neighbourhood National Park, den ersten innerstädtischen Nationalparks der Welt in Wien ein. Mitbegründer von irreality.tv und Co-Porduzent des performativen Nachrichtenjournals AKTION AKTUELL. Betreiber des Workspace Ver:schwender in Wien.

alltagsforschung.org/
irreality.tv
Susanne Kudielka / Kaspar Wimberley

Susanne Kudielka / Kaspar Wimberley

Actopolis-City: Oberhausen

Kudielka / Wimberley sind als Künstler, Produzenten, Kuratoren und Wissensarbeiter mit Schwerpunkt ortsspezifische und interdisziplinäre Kunst im öffentlichen Raum tätig. Sie leben und arbeiten in Stuttgart und auf Jersey.

RRe-imagining the everyday. Die Projekte und Interventionen von Kudielka / Wimberley lassen sich als Einladung zum Sammeln neuer Erfahrungen und zur Teilnahme am Außergewöhnlichen, als Katalysatoren für Dialog und Austausch beschreiben. Das Bemühen, Menschen für bestehende gesellschaftliche oder kulturelle Bedingungen zu sensibilisieren und die Ordnung des Moments zu bestreiten und zu hinterfragen, zieht sich wie ein roter Faden durch die Arbeit des Künstlerpaars.
Kudielka / Wimberley haben Projekte für Museen, Kunstfestivals und -Institutionen, Hochschulen, NGOs, Schulen und freie Auftraggeber realisiert und dabei mit Hundebesitzern, Bäckern, Vermietern, Radfahrern, Gärtnern, Fischern, Obdachlosen, Zauberkünstlern, Teenagern, Ladeninhabern, Asylsuchenden und einem Chor gearbeitet.
www.treacletheatre.co.uk/portfolio
© Sebastian Asiedu
WE ARE VISUAL

WE ARE VISUAL

© Sebastian Asiedu
Actopolis-City: Oberhausen

Marc Einsiedel, geboren 1983 in Flensburg und Felix Jung, geboren 1985 in Stade, bilden seit 2010 das Künstlerduo We are Visual.

Unter diesem Titel sind die beiden Wahlhamburger vor allem im Bereich Kunst im öffentlichen Raum, aber auch in Galerien und Museen vertreten. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Installationen, Interventionen und Inventionen.
www.wearevisual.org